356 Anmerkungen.
fange Venus auf, die ſich uͤber den Grafen Timbrio Cden Claudio des Engliſchen Schauſpiels) beklagt, daß er ſich ſo hartnaͤckig ihrer Macht entziehe. Sie ſagt:
So iſt aber der Graf und Ritter
Wider mich ſo grimm und bitter
Das er ſich keiner Weiber acht
Liebt viel mehr groß Kriegß weßn und ſchlacht. Daß hat mich billich hart verdroſſen
Cupido hat vil Pfeil verſchoſſen„
Nach jhm, ſend all gangen in windt Vulcannus iſt zornig und geſchwindt
Und will ihm keine Pfeil mehr ſchmieden—
Moͤglich, daß ſchon vor Spakſpeare dieſe Novelle auch auf der Engliſchen Buͤhne war und ein aͤhnlicher Scherz oder Ausdruck auch dort vorkam. Denn daß Ayrer mehr wie einmal alte eng⸗ liſche Komoͤdien vor Augen gehabt, habe ich ſchon(Vorrede zum Alt⸗Engliſchen Theater) erwaͤhnt.
pag. 270. Z. 1. v. v., wie eine Katze, ꝛc.— Ein Ver⸗ gnuͤgen des Landvolks. In ein Faß mit lockerm Boden ward eine RKatze geſperrt, und zugleich das ganze Gefaͤß mit Ruß angefullt. Mit einem Spieß mußten die jungen Leute darunter wegkaufen, den leicht beweglichen Boden ausſtoßen, ohne von Katze, oder Ofenruß getroffen zu werden. Noch im Jahr 1793 ſah ich in Nuͤrnberg uͤber Ecke von der Gaſſe eine Wanne mit Blut an einem Strick befeſtigt; zwey Knaben zogen auf einem Schlitten einen dritten, der mit einer Stange die Wanne beim Hindurch⸗ fahren anſtieß, und mit Blut beſchuͤttet wurde. Alle drey und mehr im Gefolge waren ſeltſam maskirt, hatten Muͤtzen von Tannenaͤpfeln, und eben ſolche Waͤmmſer; die Larven, die das Geſicht bedeckten, waren furchtbar. Ein andrer Junge, eben ſo gekleidet, ſammelte in einer Buͤchſe von den Zuſchauenden Geld ein. Dieſes ſonderbare Spiel ward von den Nuͤrnbergern„der blutige Mann“ damals genannt. Jetzt kennt man es dort gewiß nicht mehr, und in England iſt wohl auch jenes Stechen nach der Katze jetzt nicht mehr gebräuchlich.
Und nennt ihn Adam. Adam Boll, ein beruͤhmter Schuͤtze, wie Robin Hyod, Clim, und andre, deren Namen damals in Volksballaden gefeiert wurden.
pag. 278. Benedict und Beatrice.— Hier ſind die
Reden anders eingetheilt, als in den bisherigen Ausgaben, wo ſie keinen rechten Sinn geben. Dieſe Stelle ſchien mir an Hruck⸗ fehlern zu leiden, die man fruͤher haͤtte verbeſſern ſollen.
pag. 282. Z. 15. v. u.— Apfelſine,— von ſo eifer⸗ ſuͤchtiger Farbe.— Gelb, die Farbe der Eiferſucht;— hoͤf⸗


