Teil eines Werkes 
Dritter Theil (1830) König Richard der Dritte
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Anmerkungen.

ſpielt wurden, ſo mochte der ſchadenfrohe, muthwillige Puck wohl ſchon etwas mehr erwachſen ſeyn. Doch hatte ſeine Geſtalt wohl nichts Abſchreckendes, Widerwaͤrtiges oder Rohes, weil er ſonſt leicht den ſchoͤn gearbeiteten vielſtimmigen Satz dieſer barocken poetiſchen Phantaſicen geſtoͤrt haͤtte. In einem alten Stuck, Grim der Kohlenbrenner von Croydon(ſ. Dodsley, XI.) macht ſich ein untergeordneter Geiſt der Hoͤlle, Auerhahn, mit einem maͤchtigern auf die Erde und unter die Sterblichen hinaus: er verlaͤßt ſeinen Dienſt und erſcheint auf dem Dorf in der Geſtalt des Puck, Hobgoblin, Robin, oder Gutgeſell: ſo ſehn wir ihn im vierten Akt in einem ledernen, dicht anſchließen⸗ den Kleide, Geſicht und Haͤnde braunroth, einen Dreſchflegel in der Hand. In einem alten Stuͤck Wily beguiled(ſ. Hawkins Origin. III.) tritt ein gemeiner Be⸗ truͤger auf, der ſchon Robin Goodfellow heißt, der ſich vor⸗ nimmt, einen andern zu erſchrecken, indem er ſagt:(Scena 5.) Ich will meine brennend rothe Naſe anthun, in ein Kalbsfell gewickelt kommen, und ſchreyen bo! bo! und ſo will ich, ohne Frage, dem Gelehrten einen Schrecken einjagen. In der ächten Szene ſagt derſelbe:

Ich ſetz mir an die große dunkle Naſe,

Und huͤll mich in das Kleid von Kaͤlberfellen,

So komm' ich wie Hobgoblin, oder Teufel

Man wuͤrde gewiß irren, wenn man ſich den Puck der Som⸗ mernacht unter dieſer, oder einer aͤhnlichen Geſtalt denken wollte. In jedem Stuͤck, in welchem Feen und Geiſter erſchienen, traten ſie nach den umſtanden anders auf: ſeltſamer, roher, geiſtiger oder kindiſcher. So iſt in der Beſchreibung des Merkutio die Koniginn Mab auch eine ganz andre als dieſe Feenkoͤniginn Titania.

pag. 211. V. 1. v. u. Durch eben die Zerruͤttung wandeln ſich u. ſ. w. Dieſe ganze Beſchreibung eines unna⸗ tuͤrlichen Herbſtes, Winters und Sommers, der Stuͤrme und vielfachen Regen bringt, malt wahrſcheinlich das wirkliche Jahr, in welchen Shakſpeare dieſes Luſtſpiel dichtete. Doch findet ſich nicht, daß die Chroniken dergleichen vom Jahr 1598 melden. Mares erwaͤhnt zwar in dieſem Jahr der Sommernacht; alſo war ſie geſchrieben, doch ward ſie erſt 1600 gedruckt, und dieſe ganze Stelle iſt vielleicht hinzugefuͤgt; denn das Jahr 1590 und zum Theil 1600 war in der That ſo regnicht, daß die Frucht ver⸗ darb, und eine Theurung entſtand.

pag. 213. V. 7. v. o. und'ne Sirene, die ein Del⸗ phin trug Viele haben dieſe Schilderung auf die Koͤniginn Maria von Schottland deuten wollen; aber die Erklaͤrung iſt zu geſucht, und die Stelle bleibt pvetiſcher, wenn man ſie nicht allegoriſch nimmt. Es wäre auch unziemlich, hier bei Spiel