Teil eines Werkes 
Dritter Theil (1830) König Richard der Dritte
Entstehung
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Anmerkungen.

im Sommer 1613 den Globus in Brand, der das Schauſpiel⸗ haus vernichtete.

pag. 134. Z. 12. v. u. Konig. Wer iſt hier? he? Die Art und Weiſe des Koͤnigs im ganzen Stuͤck, ſeine Sprache, die Manier abzubrechen, Parentheſen einzuſchieben, ꝛc. iſt ſo vortrefflich und portraitmaͤßig, daß er, ſo wie er auftritt, die neberzeugung giebt, man ſehe einen laͤngſt gekannten. Capell bemerkt in ſeinen Erlaͤuterungen, daß dieſes haͤufige Ha! auch von andern Dichtern ihm in den Mund gelegt werde. So im Stuͤck If vou know me(von Rowley) ſagt der Narr Sum⸗ mers: hat er einmal ſo ein Ha! gerufen, ſo iſt kein Mann am Hofe, der es um ſein Leben wagte, drein zu reden. Der andre Narr, Patch, iſt ſchon aus Furcht unter den Tiſch gekrochen. Summers zieht ihn hervor und zwingt ihn, zum Koͤnig zu gehn, den er Boh! anſchreyen muß; der Koͤnig zuͤrnt zwar, wird aber doch dadurch erheitert. In demſelben Stuͤck kommt noch ſpaͤter ein Gefecht vor. Es iſt hieraus mehr als hinlaͤnglich erwieſen, daß die im Prolog auffallenden Verſe auf das Schau⸗ ſpiel dieſes S. Rowley ſich beziehn, nicht aber, wie man zu leicht geglaubt hat, von fremder Hand herruͤhren und den Shak⸗ ſpeare ſelbſt tadeln ſollen.

Der Sommernachtstraum

Hat davon den Namen, weil er am Johannistage auf⸗ gefuͤhrt ward. Die Johannisnacht wurde in England, wie faſt allenthalben in Europa, zu manchem unſchuldigen Aber⸗ glauben und Spiel gebraucht, den kuͤnftigen Mann, oder die Geliebte zu erfahren, zu weiſſagen, u. d. gl. Viele Kraͤuter und Blumen ſollten nur in dieſer Nacht ihre vollkommene Kraft, oder irgend etwas Zauberiſches erhalten. Die Hitze der Jahrszeit, nahm man an, wirke außerdem ſo auf die Phantaſie, daß in dieſen Wochen die ſeltſamſten Traͤume, ungewoͤhnliche Zuſtaͤnde, Tollheiten und Launen der wunderlichſten Art den Menſchen beſuchten. Daher der Titel dieſes romantiſchen Meiſterwerks, in welchem die bluͤhendſte Einbildungskraft, gutmuͤthige, liebevolle Schalkheit, ſeltſamer Humor, Launen der Liebe und Alles Thoͤ⸗ richte und Erfreuliche in wunderſamen Geſtalten den verſtehen⸗ den Leſer necken und begluͤcken. Wem es freylich verſagt iſt, das Verſtaͤndniß zu ſinden, die Hriginalitaͤt des Gedichtes zu fuͤhlen, und ſich von dem Zauber dieſer Sprache und dem lieb⸗ lichen Wechſel mannichfaltiger Bilder hinreißen zu laſſen, der wird auch durch Erklaͤrung, Kritik und wos alles in Bewegung