Teil eines Werkes 
Dritter Theil (1830) König Richard der Dritte
Entstehung
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Anmerkungen⸗ 351

gen. Viele Schauſpiele aus dem Leben der Eliſabeth, ſo wie Heinrich ihres Vaters, wurden geſchrieben, und auf den andern, den eigentlichen Volkstheatern, auch mit Wohlgefallen geſehn. Ein ſolchesIf vou see me, Je know me, enthielt auch dieſe neueſte Geſchichte, wurde auch 1613 gedruckt, war aber wahr⸗ ſcheinlich fruͤher geſchrieben, und in dieſem Schauſpiele erſchien Patch, der wohlbekannte Narr Wolſey's, und Summers, der Hofnarr des Koͤniges. Da nun Heinrich ViII. von Shak⸗ ſpeare ein bekanntes und beliebtes Schauſpiel war, ſo ſpricht der Dichter im Prolog mit Zuverſicht von dem Werk: es war aber uͤberarbeitet, und hatte als verändertes Stuͤck noch den Titel: A11 is true, oder A11 is truth, Alles iſt Wahr⸗ heit. Auch darauf ſpielt der Prolog an: erinnert aber zugleich, daß man es nicht mit jenen Volkskomoͤdien verwechſeln, oder Unanſtandigkeit, rohen Witz und perſoͤnliche Satyre erwarten ſolle.

Im Fruͤhjahr 1613 war ganz London in aufgereizter Bewe⸗ gung; die Vermaͤhlung der Tochter des Koͤniges, Eliſabeth, mit dem Pfalzgrafen Friedrich, dem nachherigen ungluͤcklichen Koͤnige von Boͤhmen, wurde gefeyert. Englaͤnder vom Lande, wie aus den Stäͤdten, hatten ſich nach London begeben, viele Deutſche und Ausländer waren zugegen; und ſo erneute der Dichter ſein Werk, in welchem ſchon der Name Eliſabeth viele Zuſchauer in dieſer Stimmung aufregen mußte. Die Autorität der Kinder von der Capelle(ſ. hieruͤber die Vorrede zum Erſten Bande der Vorſchule Shakſpeare's) hatte ſich wieder verlohren, oder dieſe Geſellſchaft machte mindeſtens nicht mehr ſo große kritiſche Anſpruͤche. So galt die Geſellſchaft des Globus von neuem fuͤr die beſſere und die Beſucher dieſes Theaters fuͤr gebildet. Auch dieß erwaͤhnt der Prolog.

pag. 109. In dieſer Einleitung iſt etwas Geſuchtes, ja Gewaltſames nicht zu verkennen; die Krankheit des Hoͤrenden, damit ihm erzaͤhlt werden koͤnne, ſo wie nachher der Uebergang auf Woilſey, ſind nicht natuͤrlich. Ich vermuthe, daß dieſe Verſe erſt 1613, und nicht ohne Anſtrengung, geſchrieben wurden; ſie ſollen, wie es mir ſcheint, an die Feſtlichkeiten erinnern, die die Stadt eben geſehn hatte, und an den Prunk, den die Deutſchen und der Pfalzgraf, ſo wie der Koͤnig Jakob und der Engliſche Adel, hatten ſchimmern laſſen.

pag. 122. Dritte Szene. Auch hier iſt ein gezwun⸗ gener Ton und geſuchte Sprache, die ſich nicht recht in das uͤbrige Meiſterwerk einfuͤgen wollen. Ich halte auch dieſe Szene fuͤr neu gearbeitet, und die naͤchſten Beziehungen, wodurch ſie mehr Bedeutung erhielte, ſind fuͤr uns jett verlohren.

png. 126. 3. 12. v. o. Man hoͤrt Kanonen abfeuern. Dieſe, die hinter den Szenen abgeſchoſſen wurden, ſetzten