Anmerkungen.
Quartabdruͤcke ſind aber jetzt ſelbſt in England ſelten. Dem kritiſchen Leſer ſind ſie unentbehrlich, ſo wie die Folio von 1623; 1 denn es iſt unglaublich, wie willkuͤrlich alle Editoren den Tert 1 des Dichters, Versmaas, und alles nach einſeitigen Grundſätzen 1 und Mangel an Kenntniß veraͤndert haben.
Anmerkungen zum dritten Band.
Richard der Dritte.
Dieſes beruͤhmte Schauſpiel, welches des Dichters Ruhm in einer Zeit durch ſeine Popularitaͤt noch mehr verbreitete und begruͤndete, wurde wohl unmittelbar nach dem dritten Heinrich dem ſechſten um 1590, oder 1591 geſchrieben. Es war aber gewiß nicht urſpruͤnglich ſo, wie wir es jetzt beſitzen; denn dieſe Bearbeitung iſt von 1596, in welchem Jahre das Schauſpiel auch zuerſt gedruckt wurde. In dem fruͤheren Schauſpiel ſcheint das Schickſal der Shore, der Geliebten des Haſtings, einen 2 Theil der Tragodie ausgemacht zu haben.
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Heinrich der Achte.
Aus Inhalt, Ton und Abſicht erkennt der aufmerkſame Leſer ſogleich, daß dieſes merkwuͤrdige, charakteriſtiſche Schau⸗ ⁰ ſpiel noch bei Lebzeiten der Koͤniginn Eliſabeth geſchrieben ſev. Vielleicht entſtand es ſchon 1600, ſchwerlich ſpaͤter, als
1601. Denn es ſollte, da nun Heinrich V. geendigt, die Buͤr⸗
gerkriege umgearbeitet und von neuem auf der Buͤhne erſchienen waren, gleichſam ein Epilog, eine Verherrlichung der Gegen⸗ 3 wart ſeyn, des Gluckes und Friedens, die nun endlich, nach ſo
vielen blutigen Kaͤmpfen, errungen waren.
und ſo beſitzen die Englander eine Reihe von zehn groſen Werken uͤber die engliſche Geſchichte und eine ihrer merkwuͤr⸗ digſten Perioden, wie kein anderes Volk etwas dem nur Aehn⸗ liches aufzuweiſen hat. Der ſpaͤter gedichtete neuere Koͤnig Johann eroͤffnet gls t
ragiſch⸗humoriſtiſcher Prolog dieſe maͤch⸗


