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340 Anmerkungen.
Die Grundlage dieſes Stuckes iſt hiſtoriſch; doch hat der Dich⸗ ler hier die Geſchichte ganz anders bearbeitet, als in ſeinen Buͤr⸗ gerkriegen der Roſen. Bie Figur des Robert Faulconbridge iſt nicht hiſtoriſch, ſondern nur aus Volksbuͤchern und Maͤrchen, ſo wie der weit fruͤher und anders erfolgte Tod des Herzogs von Oeſterreich, der hier mit Limoges verwechſelt wird, in das Gedicht aufgenommen worden.
pag. 6. Z. 2. v. o. Solch Groſchen⸗Halbgeſicht u. ſ. w.— Koͤnig Heinrich VII. ließ zuerſt groats und halbe groats mit ſeinem Geſicht in Proſil prägen, da alle fruͤheren Muͤn⸗ zen das Haupt im Vollen darſtellten. Dieſe kleinen Muͤnzen mit dem ſpaͤrlichen Gepraͤge geben hier und oft den dramatiſchen Dich⸗ tern zu Scherzen Veranlaſſung.
pag. 7. Z. 8. Daß keine Roſ' in's Ohr u. ſ. w.— Es war zu S.'s Zeiten gebraͤuchlich, daß diejenigen, die fein ſeyn und der Mode folgen wollten, Roſen hinter dem Ohr trugen. Hft, vorzuͤglich bei Frauenputz, waren es Schleifen und Baͤnder. Dieſe erſchienen auf den Muͤnzen, am Bildniß der Eliſabeth⸗ Sie ließ zuerſt in England die kleinſten Scheidemuͤnzen von Sil⸗ ber praͤgen, und auf den ganz geringen und duͤnnen Pfennigen erſchien dieſe Roſe faſt groͤßer, als der Kopf ſelbſt, weshalb F. ſagt, man wuͤrde ihm nachrufen; ſeht dort drei Heller gehn! pag. S. Z. 12. v. v. Habt guten Tag, u. ſ. w.— In dieſem humoriſtiſchen Monolog ergeht ſich der Baſtard uͤber die Affektation der Reiſenden, und der vornehmen Zirkel, in denen damals ein Weitgereiſeter zu den unentbehrlichen Unterhaltungen gehoͤrte. Coryat's Crndities waren damals geleſen, beliebt und verlacht. Coryat hatte einen großen Theil von Europa geſehn und nicht ohne Laune beſchrieben. Sein Buch war eben im Jahr 1611 erſchienen. Fullen(in ſeinen Worthies) ſagt von ihm: Canfett und Coryat haben am Hofe zum Nach⸗Tiſch gehoͤrt. Man hat auch neuere ueberſetzungen dieſes Buchs, zu welchem bei ſeinem erſten Erſcheinen die beruͤhmteſten Autoren ironiſche Anpreiſungen in lobenden Sonetten und andern Gedichten gaben. Es iſt fuͤr die Kenntniß der Sitten nicht unwichtig.
pag. 9. Z. 16. v. o. Philipp! Ein Spaz!— Der Sperling wurde ſchon ſeit lage in England, wegen ſeines Tons, in dem man den Namen Philipp hoͤren kann, wenn man will, im Scherz Philipp genannt.
pag. 14. Z. 4. v. n. So azii liegt's ihm auf dem uͤck
uͤcken, Wie auf dem Eſel Herkuls Kraft erſchiene. Dieſe Stelle hieß in der vorigen Ausgabe: Es liegt ſo ſtattlich auf dem Ruͤcken ihm, Wie auf'nem Eſel des Alcides Kleid. Im DOriginal heißt es:


