Teil eines Werkes 
Dritter Theil (1830) König Richard der Dritte
Entstehung
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26 Koͤnig Richard A. E

Ich will zum Koͤnig, um ihm kund zu thun, ich mein Amt ſo an euch abgetreten. 1. Moͤrd. Das moͤgt ihr, Herr; es wird weislich gethan ſeyn. Gehabt euch wohl. (Brakenbury ab.)

2. Moͤrd. Wie? ſollen wir ihn ſo im Schlaf erſtechen?

1. Moͤrd. Nein, er wird ſagen, das war feige von uns, wenn er aufwacht.

2. Moͤrd. Wenn er aufwacht! Ey, Narr, er wacht gar nicht wieder auf bis zum großen Gerichtstag.

1. Moͤrd. Ja, dann wird er ſagen, wir haben ihn im Schlaf erſtochen.

2. Moͤrd. Die Erwaͤhnung des Wortes Gerichtstag hat eine Art Gewiſſensbiß in mir erregt.

1. Moͤrd. Was? du fuͤrchteſt dich?

2. Moͤrd. Nicht ihn umzubringen, dazu hab' ich ja die Vollmacht; aber verdammt dafuͤr zu werden, wovor mich keine Vollmacht ſchuͤtzen kann.

1. Moͤrd. Ich dachte, du waͤrſt entſchloſſen.

2. Woͤrd. Das bin ich auch, ihn leben zu laſſen.

4. Moͤrd. Ich gehe wieder zum Herzog von Gloſter und ſage es ihm.

2. Woͤrd. Nicht doch, ich bitte dich, wart' ein Weilchen. Ich hoffe, dieſe fromme Laune ſoll ubergehn: ſie pflegt bey 3 nicht laͤnger anzuhalten, als derweil man etwa zwanzig zaͤhlt.

1. Woͤrd. Wie iſt dir jetzt zu Muthe.

2. Moͤrd. Mein Treu, es ſteckt immer noch ein gewiſſer Bodenſatz von Gewiſſen in mir.

1. Moͤrd. Denk an unſern Lohn, wenn's gethan iſt.

2. Moͤrd. Recht! er iſt des Todes. Den Lohn hatt' ich vergeſſen.

1. Moͤrd. Wo iſt dein Gewiſſen nun?

2. Woͤrd. Im Beutel des Herzogs von Gloſter.

1. Moͤrd. Wenn er alſo ſeinen Beutel aufmacht, uns den Lohn zu zahlen, ſo fliegt dein Gewiſſen heraus.

2. Moͤrder. Es thut nichts, laß es laufen; es mags ja doch beynahe kein Menſch hegen.

1. Woͤrd. Wie aber, wenn ſichs wieder bey dir einſtellt?

2. Moͤrd. Ich will nichts damit zu ſchaffen haben, es

iiſt ein gefaͤhrlich Ding, es macht einen zur Memme. Man

kann nicht ſtehlen, ohne daß es einen anklagt; man kann nicht ſchwoͤren, ohne daß es einen zum Stocken bringt;