Teil eines Werkes 
Dritter Theil (1830) König Richard der Dritte
Entstehung
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Sz. 4. der Dritte. 27

man kann nicht bey ſeines Nachbars Frau liegen, ohne daß es einen verraͤth. S iſt ein verſchaͤmter bloͤder Geiſt, der einem im Buſen Aufruhr ſtiftet; es macht einen voller Schwierigkeiten; es hat mich einmal dahin gebracht, einen Beutel voll Gold wieder herzugeben, dehn ich von ungefaͤhr gefunden hatte; es macht jeden zum Bettler, der es hegt es wird aus Staͤdten und Flecken vertrieben als ein gefaͤhrlich Ding, und jedermann, der gut zu leben denkt, verlaͤßt ſich auf ſich ſelbſt und lebt ohne Gewiſſen.

1. Moͤrd. Sapperment, es ſitzt mir eben jetzt im Nacken, und will mich uͤberreden den Herzog nicht umzubringen.

2. Moͤrd. Halt den Teufel feſt im Gemuͤth und glaub' ihm nicht: es will ſich nur bey dir eindraͤngen, um dir Seufzer abzuzwingen.

e Ich hab'ne ſtarke Natur, es kann mir nichts anhaben.

2. Mord. Das heißt geſprochen wie ein tuͤchtiger Kerl, der ſeinen guten Namen werth haͤlt. Komm, wollen wir ans Werk gehn?

1. Woͤrd. Gieb ihm eins mit dem Degengriff uͤbern Hirnkaſten, und dann ſchmeiß ihn in das Malvaſierfaß im naͤchſten Zimmer.

2. Moͤrd. O herrlich ausgedacht! und mache ihn ſo zur Tunke.

1. Moͤrd. Still! er wacht auf.

2. Moͤrd. Schlag zu!

1. Woͤrd. Nein, laß uns erſt mit ihm reden.

Clar. Wo biſt du, Waͤrter? Einen Becher Weins!

5 Moͤrd. Ihr ſollt Wein genug haben, Herr, im Augen⸗ ick.

Clar. Im Namen Gottes, wer biſt du? 4. Moͤrd. Ein Menſch, wie ihr ſeyd. Clar. Doch nicht, wie ich bin, koͤniglich. 1. Moͤrd. Noch ihr, wie wir ſind, buͤrgerlich. Clar. Dein Ruf iſt Donner, doch dein Blick voll Demuth. 1. Moͤrd. Des Koͤnigs iſt mein Ruf, mein Blick mein eigen. Clar. Wie dunkel und wie todlich ſprichſt du doch! Eur Auge droht mir, warum ſeht ihr bleich? Wer hat euch hergeſandt? weswegen kommt ihr? Beide. Um, um, um Clar. Mich zu ermorden? Beide. Ja, ja. Clar. Ihr habt, mir das zu ſagen, kaum das Herz,