Sz. 4. der Dritte. 25
Der mich im Feld bey Tewksbury erſtach! Ergreift ihn, Furien! nehmt ihn auf die Folter!— Somit umfing mich eine Legion Der argen Feind', und heulte mir ins Ohr So graͤßliches Geſchrey, daß von dem Laͤrm Ich bebend aufwacht', und noch laͤngſt nachher Nicht anders glaubt', als ich ſey in der Hoͤlle: So ſchrecklich eingepraͤgt war mir der Traum. Brak. Kein Wunder, Herr, daß ihr euch drob entſetzt; Mir bangt ſchon, da ich's euch erzaͤhlen hoͤre. Clar. O Brakenbury, ich that alles dieß, Was jetzo wider meine Scele zengt, Um Eduards halb:— und ſieh, wie lohnt ers mir! O Gott, kann dich mein innig Flehn nicht ruͤhren, Und willſt du raͤchen meine Miſſethaten, So uͤbe deinen Grimm an mir allein! O ſchon' mein ſchuldlos Weib, die armen Kinder!— Ich bitt' dich, lieber Waͤrter, bleib bey mir: Mein Sinn iſt trub', und gerne moͤcht' ich ſchlafen. Brak. Ich wills, Muylord; Gott geb' euch gute Nuh! Clarence ſetzt ſich zum Schlafen in einen Lehnſtuhl.) Leid bricht die Zeiten und der Ruhe Stunden, Schafft Nacht zum Morgen und aus Mittag Nacht. Nur Titel ſind der Prinzen Herrlichkeiten, Ein außrer Glanz für eine inure Laſt; Fuͤr ungeſühlte Einbildungen fuͤhlen Sie eine Welt raſtloſer Sorgen oft. So daß von ihren Titeln niedern Rang Nichts unterſcheidet als des Ruhmes Klang. (Die beyden Moͤrder kommen.) 1. MWoͤrd. He! wer iſt da? Brak. Was willſt dn, Kerl? wie biſt du hergekommen? 1. Mörd. Ich will Clarence ſprechen, und ich bin auf meinen Beinen hergekommen. Brak. Wie? ſo kurz ab? 2. Moͤrd. O Herr, beſſer kurz ab, als langweilig.— Zeige ihm unſern Auftrag, laß dich nicht weiter ein. Sie uͤberreichen dem Brakenbury ein Papier, welches er lieſt.) Brak. Ich werde hier befehligt, euren Haͤnden Den edlen Herzog Clarence anszuliefern. Ich will nicht grubeln, was hieimit gemeynt iſt, Denn ich will ſchuldlos an der Meynung ſeyn. Hier ſind die Schluſſel, dorten ſchlaͤft der Herzog,


