Sz 3. der Dritte. 15
Eliſ. Ach! er iſt jung, und bis zur Muͤndigkeit Fuͤhrt uͤber ihn die Sorge Richard Gloſter, Ein Mann, der mich nicht liebt, noch wen von euch. Riv. Iſt's ausgemacht, daß er Protector wird? Eliſ. Es iſt beſchloſſen, noch nicht ausgemacht: Allein es muß ſeyn, wenn der Koͤnig abgeht. (Buckingham und Stanley treten auf.) Grey. Da ſind die Lords von Buckingham und Stanley. Buck. Eur koͤniglichen Gnaden Heil und Gluͤck! Stan. Gott mog' eur Majeſtaͤt erfreun wie ehmals! Eliſ. Die Graͤfin Richmond, lieber Mylord Stanley, Sagt auf eur gut Gebet wohl ſchwerlich Amen. Doch, Stanley, ob ſie euer Weib ſchon iſt, Und mich nicht liebt, ſeyd, beſter Lord, verſichert, Ich haſſt euch nicht um ihren Uebermuth. Stan. Meßt, ich erſuch' euch, keinen Glauben bey Den Laͤſterungen ihrer falſchen Klaͤger; Und wuͤrde ſie auf guͤlt'gen Grund verklagt, Tragt ihre Schwaͤche, die gewiß entſteht Aus kranken Grillen, nicht bedachter Bosheit. Eliſ. Saht ihr den Koͤnig heute, Mylord Stanley? Stan. Wir kommen, Herzog Buckingham und ich, Nur eben jetzt von Seiner Maſeſtät. Eliſ. Was iſt fuͤr Anſchein ſeiner Beßrung, Lords? Buck. Die beſte Hoffnung, eur Gemahl ſpricht munter. Lliſ. Gott geb' ihm Heil! Beſpracht ihr euch mit ihm? uck. Ja, gnaͤd'ge Frau: er wuͤnſcht den Herzog Gloſter Mit euren Brüdern wieder auszuſoͤhnen, Und dieſe mit dem Oberkaͤmmerer, Und hieß vor Seiner Hoheit ſie erſcheinen. Eliſ. Waͤr' alles gut! Doch das wird nimmer ſeyn: Ich fuͤrchte, unſer Gluͤck hat ſeine Hoͤh'. Gloſter, Haſtings unß Dorſet.) Gloſt. Sie thun mir Unrecht, und ich will s nicht dulden. Wer ſind ſie, die beym Koͤnig ſich beklagen, Ich ſey, man denke, hart, und lieb' ſie nicht? Beym heil'gen Pauk, der liebt ihn obenhin, Wer ſo ſein Ohr mit Zankgeruͤchten anfuͤllt. Weil ich nicht ſchmeicheln und beſchwatzen kann, Zulachen, ſtreicheln, hintergehn und kriechen, Fuchsſchwaͤnzend wie ein Franzmann und ein A So haͤlt man mich fuͤr einen haͤm'ſchen Feind. Kann denn ein ſchlichter Mann nicht harmlos leben,


