Sz. 2. der Dritte. 13
Gloſt. Sieh, wie der Ring umfaſſet deinen Finger, So ſchließt dein Buſen ein mein armes Herz; Trag' beide, denn ſie ſind ja beide dein. Und wenn dein treuſter Diener Eine Gunſt Erbitten darf von deiner gnaͤd'gen Hand, So ſicherſt du ſein Gluͤck ihm zu für immer. Anna. Was iſt es? Gloſt. Daß ihr dieß tranr'ge Werk dem uͤberlaßt, Der groͤß're Urſach leidzutragen hat, Und euch ſogleich nach Crosby⸗Hof begebt, Wo ich, nachdem ich feyerlich beſtattet In Chertſey⸗Muͤnſter dieſen edlen Koͤnig, Und reuevoll ſein Grab genetzt mit Thraͤnen, Mit aller ſchuld'gen Ehr' euch will beſuchen. Aus mancherley geheimen Gruͤnden, bitt ich, Gewaͤhrt mir dieß. Anna. Von ganzem Herzen, und es freut mich ſehr, Zu ſehn, daß ihr ſo renig worden ſeyd.— Weſſel und Berkley, kommt, begleitet mich. Gloſt. Sagt mir Lebwohi. Anng. S iſt mehr als ihr verdient, Doch weil ihr, euch zu ſchmeicheln, mich gelehrt, So denkt, ich ſagte ſchon euch Lebewohl. Prinzeſſin Anna mit zwey Edelleuten ab.) Sloſt. Nehmt auf die Leich', ihr Herrn. 2. Edelm. Nach Chertſey, edler Lord? Gloſt. Nein, zu den Carmelitern; dort erwartet mich. Der Zug mit der Leiche ab.) Ward je in dieſer Laun' ein Weib gefreit? Ward je in dieſer Laun' ein Weib gewonnen? Ich will ſie haben, doch nicht lang behalten. Wie? ich, der Moͤrder ihres Mann's und Vaters, In ihres Herzens Abſchen ſie zu fangen, Im Munde Fluͤche, Thraͤnen in den Augen, Der Zeuge ihres Haſſes blutend da; Gott, ihr Gewiſſen, all dieß wider mich, Kein Freund, um mein Geſuch zu unterſtutzen, Als Heuchler⸗Blicke und der baare Teufel, 3 doch ſie zu gewinnen! alles gegen nichts! a!
Entfiel ſo bald ihr jener wackre Prinz, Eduard, ihr Gatte, den ich vor drey Monden Zu Tewksbury in meinem Grimm erſtach?


