Teil eines Werkes 
Zweyter Theil (1825) König Heinrich der Fünfte
Entstehung
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S Dritten Fheihsn 347

Ich ſollte knurren, beißen wie ein Hund.

Die Eule ſchrie dabey, ein uͤbles Zeichenz Die Krähe kräͤchzte, Ungluͤckszeit verkundend; Der Sturm riß Baume nieder, Hunde heulten,

Der Rabe kauzte ſich auf Feuereſſen Und Elſtern ſchwatzten in mißhell'gen Weiſen; Mehr als der Mutter Wehen fuͤhlte deine, Und keiner Mutter Hoffnung kam an's Licht Ein roher mißgeformter Klumpe nur, Richt gleich der Frucht von ſolchem wackerm Baum Du hatteſt Zaähn' im Kopf bey der Geburt, Zum Zeichen, daß du kämſt, die Welt zu beißen Und, iſt das andre wahr, was ich gehoͤrt, 6 Kamſt du 8 t Gloſt. Nichts weiter! Stirb, Prophet, in deiner Rede! Kurchſticht ihn.) Dazu ward untern anderm ich berufen. R. Zeinr. Ja, und zu vielem Metzeln noch. O Gott, Vergieb mir meine Suͤnden, ihm verzeih! Gloſt. Wie? ſinkt der Lancaſter hochſtrebend Blut Doch in den Grund? Ich dacht, es wuͤrde ſteigen. Seht, wie mein Schwert weint um des Konigs Tod! O ſtets vergieße ſolche Purpurthraͤnen, Wer irgend unſers Hauſes Umſturz wuͤnſcht! Wenn noch ein Funken Leben uͤbrig iſt, Hinab zur Hoͤll'! und ſag', ich ſandte dich, (durchſticht ihn noch einmal.) Ich, der nicht weiß von Mitleid, Lieb' und Furcht. Ja) es iſt wahr, wovon mir Heinrich ſprach, Denn oͤfters hoͤrt' ich meine Mutter ſagen, ſ Daß ich zur Welt, die Beine vorwärts, kam. Was meynt ihr, hatt' ich keinen Grund zur Eil, Die unſer Recht ſich angemaßt, zu ſtuͤrzen? Die Wehemutter ſtaunn, es ſchrien die Weiber: Hilf Jeſus! Zaͤhne bringt er auf die Welt. Die hatt' ich auch, das zeigte klaͤrlich an,

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Weil denn der Himmel meinen Leib ſo formte. Verkehre dem gemaͤß den Geiſt die Hoͤlle.

Ich habe keinen Bruder, gleiche keinem,

Und Liebe, die Graubaͤrte goͤttlich nennen,

Sie wohn' in Menſchen, die einander gleichen, Und nicht in mir; ich bin ich ſelbſt allein.