Teil eines Werkes 
Zweyter Theil (1825) König Heinrich der Fünfte
Entstehung
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S6. Dritter Lheil. 345

R. Ed. Fort mit ihr! geht, bringt mit Gewalt ſie weg. marg. Nein, bringt nicht weg mich, gebt mir hier den Reſt.

Hier birg dein Schwert, mein Tod ſey dir verziehn.

Du willſt nicht? wie? Dann, Clarence, thu' es du. Clar. Bey Gott, ich will dir nicht ſo Liebes thun. marg. Nun, beſter Clarence, lieber Clarence, thu's docht Clar. So haſt du nicht gehoͤrt, wie ich's verſchwur? marg. Ja wohl, doch pflegſt du deinen Schwur zu brechen:

Sonſt war es Suͤnde, jetzt Barmherzigkeit.

Wie! willſt du nicht? Wo iſt der Hoͤllenſchlaͤchter,

Der finſtre Richard? Richard, ſag, wo biſt du?

Du biſt nicht da; Mord iſt Almoſen dir,

Du weiſeſt kein Geſuch um Blut zuruͤck.

. Ed. Fort! ſag' ich. Ich befehl euch, bringt ſie weg. marg. Euch und den Euren geh's wie dieſem Prinzen!

(Sie wird abgefuͤhrt.)

R. Ed. Wo iſt nur Richard hin? Clar. Nach London, ganz in Eil, um, wie ich denke,

Ein blutig Abendmahl im Thurm zu halten.

R. Ed. Er ſaͤumt nicht, wenn was durch den Kopf ihm faͤhrt.

Nun ziehn wir fort, entlaſſen die Gemeinen

Mit Sold und Dank, und laßt uns hin nach London,

Und ſehn, was unſre theure Gattin macht.

Sie hat ſchon, hoff' ich, einen Sohn fuͤr mich.

(Alle ab.)

Sechste Szene. London. Ein gZimmer im Thurm.

(Man ſieht Koͤnig Heinrich mit einem Buch in der Hand ſitzen; der Commendant des Thurmes ſteht neben ihm. Zu ihnen Gloſter.).

Gloſt. Guten Tag, Herr! Wie? ſo eifrig bey dem Buch? R. Heinr. Ja, guter Mylord; Mylord ſollt' ich ſagen: Schmeicheln iſt Suͤnde, gut war nicht viel beſſer, Denn guter Gloſter wär' wie guter Teufel, Und gleich verkehrt; alſo nicht guter Mylord.

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