342 Koͤnig Heinrich VI.
Anſtecke und ihm gleichen Muth einfloͤße. Wenn hier ein ſolcher iſt, was Gott verhuͤte! So zieh' er fort bevor wir ſein beduͤrfen. opf. Weiber und Kinder von ſo hohem Muth, Und Krieger zaghaft,— ew'ge Schande waͤr's! D wackrer Prinz! dein ruͤhmlicher Großvater Lebt wieder auf in dir; lang moͤgſt du leben, Sein Bild erhalten, ſeinen Glanz erneun.
Som. Und wer fuͤr ſolche Hoffnung nicht will fechten, Geh heim ins Bett, ſo wie bey Tag die Eule, Beym Aufſtehn dann verhoͤhnt und angeſtaunt!
Marg. Dank, lieber Somerſet und werther Orford!
Prinz. Nehmt deſſen Dank, der noch nichts weiter hat.
*(EEin Bote tritt auf.) Bote. Bereitet euch, ihr Lords, denn Eduard naht Zum Schlagen fertig: alſo ſeyd entſchloſſen.
opf. Das dacht' ich wohl:'s iſt ſeine Politik, Zu eilen, um uns außer Stand zu finden,
Som. Allein er irrt ſich, denn wir ſind bereit.
marg. So eifrig euch zu ſehn, erfriſcht mein Herz.
Opf. Reih'n wir uns hier zur Schlacht und weichen nicht. (Ein Marſch. In der Entfernung erſcheinen Koͤnig Eduard,
Clarence und Gloſter mit ihren Truppen..
R. Ed. Dort, Kriegsgefaͤhrten, ſteht der dorn'ge Wald, Der, mit des Himmels Huͤlf' und eurer Kraft, Vor Nachts gefaͤllt muß an der Wurzel ſeyn⸗ Mehr Zunder braucht's fuͤr euer Feuer nicht, Ich weiß, ihr lodert auf, ſie zu verbrennen. Gebt das Signal zur Schlacht, und friſch ans Werk!
marg. Lords, Ritter, Edle! was ich ſagen ſollte, Verſagen Thraͤnen, denn bey jedem Wort, Seht ihr, trink' ich das Waſſer meiner Augen; Drum dieß nur: Heinrich, euer Koͤnig, iſt Des Feinds Gefangner und ſein Thron beſetzt, Sein Reich ein Schlachthaus, ſeine Buͤrger Opfer, Sein Schatz vergeudet, ſein Gebot vernichtet; Dort iſt der Wolf, der die Verheerung ſtiftet. Ihr kaͤmpft fuͤr's Recht; drum, Lords, in Gottes Namen, Seyd tapfer, gebt das Zeichen zum Gefecht!
5
(Alle ab.)


