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Sz. 1. Dritter Theil. 337
Nein, ſtehn wir wohl gereiht; denn ſicher brechen— Sie bald heraus, und bieten uns die Schlacht. Wo nicht, da ſich die Stadt nicht halten kann, Sind die Verraͤther drin bald aufzuſcheuchen. 3 warw. Willkommen, Orford! Wir beduͤrfen dein. (Montague kommt mit klingendem Spiel und fliegenden Fahnen.) mont. Montague, Montague, fuͤr Lancaſter! (ieht mit ſeinen Truppen in die Stadt.) Gloſt. Du und dein Bruder ſollen den Verrath Mit eurer Leiber beſtem Blut bezahlen. R. Ed. Je ſtaͤrkrer Gegenpart, je ſtaͤrkrer Sieg! Gluͤck und Gewinn weiſſagt mir mein Gemuͤth.
(Somerſet kommt mit klingendem Spiel und fliegenden
Fahnen.) Som. Somerſet, Somerſet, fuͤr Lancaſter! 6 Gieht mit ſeinen Truppen in die Stadt.) Gloſt. Zwey Herzoͤge von Somerſet wie du Verkauften an das Haus von York ihr Leben: Du ſollſt der dritte ſeyn, haͤlt nur dieß Schwert. (Clarence kommt mit klingendem Spiel und fliegenden Fahnen.) Warw. Seht da, wie George von Clarence zieht einher Mit Macht genug, dem, Bruder Schlacht zu bieten;
Ihm gilt ein biedrer Eifer für das Recht
Mehr als Natur und bruͤderliche Liebe.— Komm, Clarence, komm! Du wirſt's, wenn Warwick ruft.
Clar. Weißt du, was dieß bedeutet, Vater Warwick? (Nimmt die rothe Roſe von ſeinem Hut.)
Sieh hier, ich werfe meine Schmach dir zu! Picht ſtuͤrzen will ich meines Vaters Haus, Deß eignes Blut die Steine feſtgekittet, Und Lancaſter erhohn. Wie! meynſt du, Warwick, Clarence ſey ſo verhaͤrtet, unnatuͤrlich, Das todtliche Geraͤth des Kriegs zu wenden Auf ſeinen Bruder und rechtmäß'gen Koͤnig? Du ruͤckſt vielleicht den heil'gen Eid mit vor? Ruchloſer waͤr' ich, hielt ich dieſen Eid, Als Jephta, ſeine Tochter hinzuopfern. So nah geht meine Uebertretung mir, Daß, um mit meinem Bruder gut zu ſtehn, Ich hier fuͤr deinen Todtfeind mich erkläre,
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