Sz. 8. WDritter Theil 333
Ach, ſtoͤrr'ger Clarence! Wie uͤbel es dir ſteht,
Daß du vom Bruder laͤß'ſt und Heinrich ſchmeichelſt!
Doch dich und Warwick treff' ich, wie ich kann.
Auf, tapfre Schaaren! Zweifelt nicht am Siege,
Und nach dem Sieg am reichen Lohn der Kriege. (Ane ab)
London. Ein Zimmer im Palaſt.
(Koͤnig Heinrich, Warwick, Clarenee, Montague, Exeter und Opford treten auf)
Warw. Lords, was zu thun? Aus Belgien hat Eduard Mit haſt'gen Deutſchen, plumpen Niederlaͤndern In Sicherheit den ſchmalen Sund durchſchifft,
Und zieht mit Heeresmacht auf London her,
Und viel bethoͤrtes Volk ſchaart ſich zu ihm. R. Zeinr. Man werbe Mannſchaft, ihn zuruͤckzuſchlagen. Clar. Leicht wird ein kleines Feuer ausgetreten,
Das, erſt geduldet, Fluͤſſe nicht mehr löſchen.
warw. In Warwickſhire hab' ich ergebne Freunde, Im Frieden ruhig, aber kuͤhn im Krieg, Die ich verſammeln will; und du, Sohn Clarence, Bemuͤheſt dich in Suffolk, Norfolk und in Kent Die Edelleut' und Ritter aufzubieten; Du, Bruder Montague, wirſt Leute finden In Buckingham, Northampton, Leiceſterſhire, Was du befiehlſt zu hoͤren wohl geneigt; Du tapfrer Opford, wunderbar beliebt,
Sollſt deine Freund' in Orfordſhire verſammeln,
WMein Fürſt ſoll in der treuen Buͤrger Mitte,
Wie dieſes Eiland von der See umgürtet,
Wie in der Nymphen Kreis die keuſche Goͤttin,
In London bleiben, bis wir zu ihm kommen.
Nehmt Abſchied, Lords, erwiedert weiter nichts.—
Lebt wohl, mein Fuͤrſt! 9 R. Heinr. Leb wohl, mein Hektor! meines Troja Hoffnung! Clar. Zum Pfand der Treu kuͤſſ ich Eur Hoheit Hand. R. Zeinr. Mein wohlgeſinnter Clarence, ſey begluckt! mont. Getroſt, mein Fuͤrſt! und ſomit nehm' ich Abſchied.


