Teil eines Werkes 
Zweyter Theil (1825) König Heinrich der Fünfte
Entstehung
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332 Koͤnig Heinrich VI. A. 1V.

Dem Koͤnig, keinem Herzog wollt' ich dienen. Trommeln geruͤhrt! und laßt uns weiter ziehn. .(Die Trommeln fangen einen Marſch an)

R. Ed. Ein Weilchen haltet noch; laßt uns erwaͤgen, Wie man zur Krone ſicher kommen michte

mont. Was ſprecht ihr von Erwaͤgen? Kurz und gut, Erklart ihr euch nicht hier fuͤr unſern Koͤnig, So uͤberlaſſ' ich eurem Schickſal euch,

Und breche auf, um die zuruͤckzuhalten, Die euch zu helfen kommen; denn warum, Wenn ihr kein Recht behauptet, foͤchten wir?

Gloſt. Wozu doch, Bruder, die Bedenklichkeiten?

k. Ed. Wenn wir erſt ſtärker ſind, dann wollen wir An unſre Fordrung denken; bis dahin 6 Iſt's Weisheit, unſre Meynung zu verbergen. aſt. Jetzt fort mit ſcheuem Witz! Das Schwert regiere⸗

Gloſt. Und kuͤhner Muth erklimmt am erſten Thronen⸗ 5 Bruder, wir rufen auf der Stell' euch aus;

Der Ruf davon wird viele Freund' euch ſchaffen.

R. Ed. So ſey es, wie ihr wollt: denn's iſt mein Recht, Und Heinrich maßt das Diadem ſich an.

mont. Ja, jetzo ſpricht mein Fuͤrſt ganz wie er ſe. Und jetzo will ich Eduards Kämpfer ſeyn.

Zaſt. Trompeten blaſt! Wir rufen Eduard aus.

Komm, Camerad, verrichte du den Ausruf. (Giebt einem Soldaten einen Zettel. Trompetenſtoß)

Sold.(lieſt)Eduard der vierte, von Gottes Gna⸗ 3 den Koͤnig von England und Frankreich und Hert von Irland, u. ſ. w.

mont. Und wer da laͤngnet Koͤnig Eduards Recht, Den fordr' ich durch dieß Zeichen zum Gefecht.

.(Virft ſeinen Handſchuh nieder)

Alle. Lang lebe Eduard der Vierte!

R. Ed. Dank, tapfrer Montgomery! Dank euch Allen, Hilft mir das Gluͤck, ſo lohn' ich eure Guͤte. 6

Jetzt, auf die Nacht, laßt hier in York uns raſten⸗ Und wenn die Morgenſonne ihren Wagen Am Rande dieſes Horizonts erhebt,

Auf Warwick los und ſeine Mitgenoſſen, Denn, wie bekannt, iſt Heinrich kein Soldat.

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