Teil eines Werkes 
Zweyter Theil (1825) König Heinrich der Fünfte
Entstehung
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Nein, ſey gewiß, ich lohne deine Guͤte,

Die den Verhaft mir umſchuf in Vergnuͤgen,

In ſolch Vergnuͤgen, wie im Kaͤſig Voͤgel

Empfinden, wenn nach, langem Truͤbſinn ſie

Zuletzt bey häuslichen Geſanges Tönon?

An den Verluſt der Freyheit ſich gewoͤhnen.

Doch, Warwick, du nächſt Gott haſt mich befreyt,

Drum bin ich dir naͤchſt Gott zum Dank bereit;

Er war Urheber und das Werkzeug du.

Auf daß ich nun des Gluͤckes Neid beſiege

Klein lebend, wo es mir nicht ſchaden kann,

Und daß mein widerwärt'ger Stern das Volk

In dieſem Land des Segens nicht beſtrafe,

Warwick, wiewohl ich noch die Krone trage

So uͤbergeb' ich dir mein Regiment; 6

Du biſt begluͤckt in allem deinen Thun. warw. Eur Hoheit war fuͤr Tugend ſtets beruͤhmt,

Und zeigt ſich nun ſo weiſ' als tugendhaft,

Des Schickſals Tuͤcke ſpähend und vermeidend;

Denn Wen ge richten ſich nach ihrem Stern.

In einem nür muß ich euch Unwecht geben,

Daß ihr mich waͤhlt, da Clarence ſteht daneben. Clar. Nein, Warwick, du biſt würdig der Gewalt,

Du, dem den Helzweig und den Lorbeerkranz

Bey der Geburt der Himmel zugeſprochen.

Du wirſt im Krieg und Frieden Segen haben,

Drum geb' ich willig meine Stimme dir. warw. Und ich erwaͤhle Clarence zum Protector.

k. Zeinr. Warwick und Ckrenes, gebt die Hand mirbeybe, Fuͤgt ſie in eins nun, und zugleich die Herzen Damit kein Zwieſpalt die Verwaltung hemme;

Ich mach' euch beyde zu des Reichs Protectorn;

Tin ſtilles Leben führ' ich ſelbſt indeß, t

Vollbring' in Andacht meiner Laufbahn Ende,

Daß ich den Schoͤpfer preiſ⸗ und Suͤnde wende. warw. Was ſagt auf ſeines Furſten Willen Clarence? Clar. Daß er drein willigt, wenn es Warwick thut:

Denn auf dein gutes Gluck verlaſſ. ich mich. warw. So muß ich's, ungern zwar, zufrieden ſeyn.

Wir woll'n uns wie ein Doppelſchatten fuͤgen

An Heinrichs Leib, und ſeinen Platz vertreten:

Ich meyne bey der Laſt des Regiments,