Teil eines Werkes 
Zweyter Theil (1825) König Heinrich der Fünfte
Entstehung
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S.5. DOritter Thei. 3327

Ich hab' ihm Nachricht insgeheim ertheilt,

Daß, wenn er dieſen Weg um dieſe Stunde

Mit der gewohnten Uebung Vorwand nimmt,

Er hier die Freunde finden ſoll, mit Pferden

Und Mannſchaft, von Verhaft ihn zu befreyn.

(Koͤnig Eduard und ein Jäger treten auf)

Jäg. Hieher, mein Fuͤrſt; hier liegt das Wild verſteckt. B. Bd. Nein' hieher Mann: ſieh da die Jaͤger ſtehn.

Nun, Bruder Gloſter, Haſtings und ihr andern,

Steckt ihr ſo hier, des Biſchofs Wild zu ſtehlen? Gloſt. Bruder die Zeit und Lage fordert Eil;

An des Geheges Ecke ſteht ener Pferd. R. Ed. Doch wohin ſollen wir? waſt. Nach Lynn, Mylord, von da nach Flandern ſchiffen. Gloſt. Fuͤrwahr, getroffen! Das war meine Meynung B. Ed. Stanley, ich will den Eifer dir vergelten, Gloſt. Was zoͤgern wir? Zum Reden iſt nicht Zeit. R. ed. Was ſagſt du, Jaͤger? Willſt du mit mir gehn? Jäg. Beſſer als bleiben und mich haͤngen laſſen. Gloũt. So kommt den, fort! und macht kein Weſen weiter R. Ed. Leb wohl denn, Biſchof! Warwicks Zorn entrinne,

Und bete, daß ich meinen Thron gewinne.(Alle ab)

Sechste Szene. Ein Zimmer im Thurm.

(Foͤnig Heinrich, Clarence, Warwick, Somerſet, der junge Richmond, Hrford, Montague, der Com⸗ mendant des Thurmes und Gefolge)

R. Zeinr. Herr Commendant, da Gott und Freunde nun

Eduard vom koͤniglichen Sitz geſtoßen,

In Freyheit mein Gefaͤngniß, meine Furcht

In Hoffnung, und mein Leid in Luſt verkehrt: Was ſind wir bey der Loslaſſung dir ſchuldig?

Comm. Der Unterthan kann nichts vom Fuͤrſten fordern; Doch, wenn demuͤth'ge Bitten etwas gelten, W Wuͤnſch' ich Verzeihung von Eur Majeſtat. a.

k. Zeinr. Wofuͤr! daß du mich gut bebhandelt haſt?