Teil eines Werkes 
Zweyter Theil (1825) König Heinrich der Fünfte
Entstehung
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Sz. 2. Dritter Theil. 323

Was iſt nun uͤbrig, als im Schutz der Nacht, Da unbeſorgt dein Bruder ſich gelagert, Rings in den Städten ſeine Schaaren liegen, Und eine bloße Wach' ihn nur umgiebt, Ihn uͤberfallen und nach Wunſche fangen? Die Spaͤher fanden leicht dieß Unternehmen, Daß, wie Ulyſſes und Held Diomed Zu Rheſus Zelten ſchlau und mannhaft ſchlichen, Und Thraciens verhaͤngnißvolle Roſſe Von dannen fuͤhrten: ſo auch wir, gedeckt Vom Mantel ſchwarzer Nacht, ganz unverſehens Die Wachen Eduards mogen niederhau'n, 5 Und greifen ihn, ich ſage nicht, ihn toͤdten, Denn ihn zu uͤberfallen denk' ich nur⸗ Ihr, die ihr zu dem Abentheur mir folgt, Mit eurem Führer jubelt Heinrichs Namen. (Alle rufen:Heinrich!) Nun denn, laßt ſchweigend unſern Weg uns ziehn: Gott und Sankt George fuͤr Warwick und die S . ea

Dritte Szene. Eduards Lager in der Naͤhe von Warwic. (Schildwachen vor des Koͤnigs Zelt treten auf)

1. Schildw. Kommt, Leute, nehme jeder ſeinen Stand, Der Koͤnig hat ſich ſchon zum Schlaf geſetzt.

2. Schildw. Was? will er nicht zu Bett?

. Schtldw. Nein, er hat einen hohen Schwur gethan, Niemals zu liegen, noch der Ruh' pflegen, Bis Warwik oder er ganz unterlegen.

2. Schildw. Vermuthlich wird das morgen ſeyn am Tag, Wenn Watwick ſchon ſo nah iſt, wie es heißt.

3. Schildw. Doch bitte, ſagt, wer iſt der Edelmann, Der bey dem Koͤnig hier im Zelte ruht?

1. Schildw. Lord Haſtings iſt's, des Koͤnigs groͤßter Freund.

3. Schildw. Owirklich? Doch warum befiehlt der Koͤnig, Daß all ſein Anhang rings in Staͤdten herbergt, Indeß er ſelbſt im kalten Felde bleibt?

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