Teil eines Werkes 
Zweyter Theil (1825) König Heinrich der Fünfte
Entstehung
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320 Koͤnig Heinrich VI. A. IV.

Mir oder Elarence käm' ſie beſſer zu; Doch Bruderlieb' iſt in der Braut begraben.

Clar. Sonſt haͤttet ihr die grbin des Lord Bonville Nicht eures neuen Weibes Sohn verliehn, Und eure Bruͤder ſonſt wo freyen laſſen.

R. Ed. Ach, armer Clarence! biſt du mißvergnuͤgt Nur um ein Weib! Ich will dich ſchon verſorgen.

Clar. Die Wahl fuͤr euch verrieth ſchon euer Urtheil; Und da es ſeicht iſt, ſo erlaubt mir nur Den Unterhaͤndler fuͤr mich ſelbſt zu ſpielen,

Wozu ich nächſtens denk' euch zu verlaſſen.

R. kd. Geht oder bleibt, Eduard will Koͤnig ſeyn, Und nicht gebunden an der Bruͤder Willen.

g. Grey. Mylords, eh Seine Majeſtaͤt beliebte Mich zu erhöhn zum Rang der Koͤnigin,

Seyd gegen mich ſo billig, zu bekennen,

Daß ich von Abkunft nicht unedel war,

Und daß Gering're gleiches Gluck gehabt.

Doch wie der Rang mich und die Meinen ehrt, So woͤlket ihr, die ich gewinnen moͤchte,

Mir abhold, mit Gefahr und Leid die Freude.

R. Ed. Mein Herz, laß ab den Nuͤrriſchen zu ſchmeicheln. Was fuͤr Gefahr und Leid kann dich betreffen⸗

So lang' nur Eduard dein beſtaͤnd'ger Freund,

Und ihr Monarch, dem ſie gehorchen muͤſſen?

Ja, und gehorchen werden und dich lieben,

Wenn ſie nicht Haß von mir verdienen wollen.

Und thun ſie das, dich ſtell' ich ſicher doch,

Sie ſollen meines Grimmes Rache fuͤhlen.

Gloſt. Ceyſeit.) Ich ſage wenig, denke deſto mehr.

S5(Ein Bote tritt auf.)

k. Ed. Nun, Bote, was fuͤr Brief' und Neuigkeiten Aus Frankreich?

Bote. Mein Koͤnig, teine Brief' und wenig Worte, Doch die ich ohn' Begnadigung von euch Nicht melden darf.

k. Ed. Gut, wir begnad'gen dichz drum ſage kurzlich So gut du dich entſinnſt, mir ihre Worte⸗

Was gab der König unſerm Brief zur Antwort?

Bote. Dieß waren ſeine Worte, da ich ſchied: Geh, ſage deinem eingebild'ten Koͤnig,