Sz. 4. Koͤnig Heinrich V.
Drum ſoll Herzog von Berry, von Bretagne, Von Hrleans und Brabant, ziehn ins Feld, Und ihr, Prinz Dauphin, mit der ſchnellſten Eil, Um unſre Kriegesplaͤtze neu zu ruͤſten Wit tapfern Maͤnnern und mit wehrbar'm Zeug. Denn England iſt in ſeinem Andrang raſch, Wie Waſſer, das ein Wirbel in ſich ſaugt. Es ziemt uns denn, die Vorſicht ſo zu üͤben, Wie Furcht uns lehrt an manchem fri'ſchen Beyſpiel, Das Englands heillos und verſaͤnmtes Volk Auf unſern Feldern ließ.
Dauph. Großmaͤcht'ger Vater, Es iſt gar recht, uns auf den Feind zu rſten; Denn Friede ſelbſt muß nicht ein Koͤnigreich So ſchläfrich machen(wenn auch nicht die Rede Von Kriege war und ausgemachtem Streit), Daß Landwehr, Muſterung und Rüſtung nicht Verſtaͤrkt, gehalten und betrieben wuͤrde, Als waͤre die Erwartung eines Kriegs. Drum heiß' ich's billig, daß wir alle ziehn, Die ſchwachen Theile Frankreichs zu beſehn; Das laßt uns thun mit keinem Schein von Furcht, Ja, mit nicht mehr, als horten wir, daß England Sich ſchick' auf einen Mohrentanz zu Pfingſten. Denn, beſter Herr, ſo eitel prangt ſein Thron, Und ſeinen Szepter fuͤhret ſo fantaſtiſch Ein wilder, ſeichter, launenhafter Juͤngling, Daß ihm kein Schrecken folgt.
Conn. O ſtill, Prin Dauphin! Ihr irrt euch allzuſehr in dieſem König Frag' Eure Hoheit die Geſandten nur, Mit welcher Wuͤrd' er ihre Botſchaft hoͤrte, Wie wohl mit edlen Raͤthen ausgeſtattet, Wie ruhig im Erwiedern, und zugleich Wie ſchrecklich in entſchloßner Feſtigkeit.
Ihr werdet ſehn, ſein vorig eitles Weſen War nur des Rom'ſchen Brutus Außenſeite, Vernunft in einen Thronenmantel huͤllend, Wie oft mit Koth der Gaͤrtner Wurzeln deckt, Die fruͤh und zart vor allen treiben ſollen.
Dauph. Herr Connetable, eh, dem iſt nicht ſo;
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Doch nehmen wir's ſo an, es ſchadet nicht Im Fall der Gegenwehr iſt es am beſten,


