2 Lonig Heinrich V. 2.1
Wiewohl als Antrieb ich es gelten ließ,
Was ich entworfen, ſchneller auszufuͤhren. Doch Gott ſey Dank fuͤr die Zuvorkommung, Der ich mich herzlich will im Leiden freun, Inflehend Gott und euch, mir zu vergeben⸗
Grey. Nie freut ein treuer Unterthan ſich mehr Weil man gefaͤhrlichen Verrath entdeckt, Als ich in dieſer Stunde uͤber mich,
Gehindert am verruchten Unternehmen. Verzeiht, Herr, meiner Schuld, nicht meinem Leib.
R. Zeinr. Gott ſprech' euch gnaͤdig los! Hoͤrteuren Spruch: Ihr habt auf unſre fürſtliche Perſon Verſchwoͤrung angeſtiftet, euch verbuͤndet
Mit dem erklaͤrten Feind, und habt aus ſeinen Kiſten Das goldne Handgeld unſers Tods empfangen. Ihr wolltet euren Herrn dem Mord verkaufen, Der Knechtſchaft ſeine Prinzen, ſeine Pairs Der Schmach, dem Drucke ſeine Unterthanen, Und der Verheerung ſein ganz Koͤnigreich⸗ Wir ſuchen keine Rache fuͤr uns ſelbſt, Doch liegt uns ſo das Heil des Reiches ob, Deß Fall ihr ſuchtet, daß wir dem Geſetz Euch überliefern müſſen. Darum macht ench fort, Elende arme Suͤnder, in den Tod; Wovon den Schmack euch Gott aus ſeiner Gnade Geduld zu koſten geb', und wahre Reu Fuͤr eure Miſſethaten!— Schafft ſie fort.
(Die Verſchwornen werden mit Wache abgefuͤhrt.)
Nun, Lords, nach Frankreich, welches Unternehmen Fär euch wie uns wird eben glorreich ſeyn. Wir zweifeln nicht an einem guͤnſt'gen Krieg; Da Gott ſo gnaͤdig an das Licht gebracht Den Hochverrath, an unſerm Wege lauernd Um den Beginn zu ſtören, zweifl ich nicht, Daß jeder Anſtoß nicht geſchlichtet ſey. Wohl auf denn, liebe Landgenoſſen! Laßt In Gottes Hand uns geben unſre Macht,
ndem wir gleich ſie zur Vollſtreckung fuͤhren. ſte zur See! Die Fahnen fliegen ſchon;
ein König Englands ohne Frankreichs Thron.
(Alle ab.)


