Teil eines Werkes 
Zweyter Theil (1825) König Heinrich der Fünfte
Entstehung
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Sz. 2. Koͤnig Heinrich V. 23

Denn andre Teufel, die Verrath eingeben, Staffiren, ſtutzen die Verdammniß auf Mit Flicken, falſchen Farben, Schaugepränge, Vom Gleisnerſchein der Froͤmmigkeit entlehnt; 6 Doch er, der dich gemodelt, hieß dich aufſtehn, Gab keinen Grund dir, den Verrath 5 thun, Als weil er nur dich zum Verräther ſchlug. Wenn dieſer Daͤmon, der dich ſo beruͤckt, 5 Mit ſeinem Loͤwenſchritt die Welt umginge, Zum oͤden grauſen Tartarus zuruͤck Wuͤrd' er ſich wenden, um den Legionen Zu ſagen: Keine Seele werd' ich je So leicht als dieſes Engliſchen gewinnen. D wie haſt du vergaͤllt mit Eiferſucht 4, Die Suͤßigkeit des Zutrauns! Zeigt ſich jemand treu? Nun wohl, du auch. Scheint er gelehrt und ernſt? Nun wohl, du auch. Stammteer aus edelm Blut? Nun wohl, du auch. Scheint er voll Andacht? Nun wohl, du auch. Iſt er im Leben mäßig, Von wildem Ausbruch frey in Luſt und Zorn; Von Geiſte feſt, nicht ſchwaͤrmend mit dem Blut; Geziert, bekleidet mit beſcheid'nen Gaben, Dem Aug' nicht folgend ohne das Gehoͤr, Und ohne reifes Urtheil keinem trauend?. So, und ſo fein geſichtet, ſchieneſt du, So laͤßt dein Fall auch einen Fleck zuruͤck, Den voͤll'gen beſtbegabten Mann zu zeichnen Mit ein'gem Argwohn. Ich will um dich weinen, Denn dieſes dein Emporcn dünket mich Ein zweyter Suͤndenfall. Die Schuld iſt klar. Verhaftet ſie zum Stehen vor Gericht, Und ſpreche Gott ſie ihrer Raͤnke los! kyet. Ich verhafte dich um Hochverrath bey dem Na⸗ men Richard Graf don Cambridge.. Ich verhafte dich um Hochverrath bey dem Na⸗ men Heinrich Lord Scroop von Masham. Ich verhafte dich um Hochverrath bey dem Na⸗ men Thomas Grey, Ritter von Northumberland. Ser. Gerecht hat unſern Anſchlag Gott entdeckt, Es reut mein Fehler mehr mich als mein Tod; Ich bitt' Eu'r Hoheit mir ihn zu verzeihn, Obſchon mein Leib den Lohn dafuͤr bezahlt. Lambr. Mich hat das Gold von Frankreich nicht verfuͤhrt,