Teil eines Werkes 
Zweyter Theil (1825) König Heinrich der Fünfte
Entstehung
Einzelbild herunterladen

2 Koͤnig Heinrich V. A..

Was ſteht in den Papieren, daß ihr euch So gar entfaͤrbt? Seht, wie ſie ſich verwandeln! Die Wangen ſind Papier. Was leſtt ihr nur, Das euer feiges Blut ſo hat verjagt Aus eurem Antlitz?. Cambr. Ich geſteh die Schuld,

Und beuge mich vor eurer Hoheit Gnade.

Grey und Ser. An die wir all uns wenden⸗

R. Zeinr. Die Gnade, die noch eben in uns lebte, Hat euer Rath erdruͤckt und umgebracht. Schaͤmt euch, und wagt von Gnade nicht zu ſprechen: Es fallen eure Gruͤnd' auf euch zuruck, Wie Hunde, die den eignen Herrn zerfleiſchen. Seht, meine Prinzen und ihr edlen Pairs,

Den Abſchaum Englands! Mylord von Cambridge Ihr wißt, wie willig unſre Liebe war, Mit allem Zubehoͤr ihn zu verſehn,

Das ſeiner Ehre zukam; und der Mann

Hat, leichtgeſinnt, um wenig leichte Kronen

Mit Frankreichs Raͤnken ſich verſchworen, uns

In Hampton hier zu morden! was mit ihm

Der Ritter dort, nicht wen'ger meiner Guͤte

Als jener ſchuldig, auch beſchwor. Doch, o!

Was ſag' ich erſt von dir, Lord Scroop? du wilde, Grauſame, undankbare Creatur!

Du, der die Schluſſel meines Rathes trug,

Der meiner Seeie ſah bis auf den Grund,

Der mich beinah in Gold auspraͤgen mochte, Hätt'ſt du um Vortheil dich bey mir bemuͤht:

Iſt's moglich, daß aus dir die fremde Lohnung

Nur einen Funken Uebels konnte ziehn, Den Finger mir zu kränken?S iſt ſo ſeltſam, Daß, ſticht die Wahrheit gleich ſo derb hervor,

Wie ſchwarz auf weiß, mein Aug' ſie kaum will ſehn. Verrath und Mord, ſie hielten ſtets zuſammen,

Wie ein Geſpann von einverſtandnen Teufeln,

So plump auf ein natuͤrlich Ziel gerichtet,

Daß die Verwundrung uͤber ſie nicht ſchrie;

Du aber wider alles Ebenmaß, 6u

Läſſſt dem Verrath und Mord Erſtaunen folgen.

Und was es fuͤr ein ſchlauer Feind auch war,

Der ſo verkehrt auf dich hat eingewirkt,

Die Hoͤlle hat den Preis ihm zugeſprochen;