Sz. 2. Konig Heinrich V.
Die Gall' in Honig tauchend, dienen euch Mit Herzen, ganz aus Treu und Pflicht geformt. R. Zeinr. So haben wir viel Grund zu Dankbarkeit, Und werden eh die Dienſte unſter Hand Vergeſſen, als Vergeltung des Verdienſtes Zufolge ſeiner Groͤß“ und Wuͤrdigkeit. Ser. So wird der Dienſt geſtählte Sehnen ſpannen, Und Muͤhe wird mit Hoffnung ſich evfriſchen, Eu'r Gnaden unabläſſig Dienſt zu thun. R. Zeinr. Wir hoſfen ſo.— Oheim von Exeter, Laßt frey den Mann, der geſtern ward geſett, Der wider uns geſchmaͤht hat; wir erwägen, Daß Uebermaaß von Wein ihn angereizt, Und da er ſich beſinnt, verzeihn wir ihm. Ser. Das iſt zwar gnädig, doch zu ſorgenlos. Laßt ihn beftrafen, Herr, daß nicht dus Beyſpiel Durch ſeine Duldung mehr dergleichen zeugt. B. Heinr. O laßt uns dennoch gnädig ſeyn! Cambr. Das kann Eu'r Hoheit, und doch ſtrafen auch. Grey. Ihr zeigt viel Gnade, ſchenkt ihr ihm das Leben, Nachdem er ſtarke Zuͤchtigung erprobt.
B. Heinr. Ach, eure große Lieb' und Sorg' um mich Sind ſchwere Bitten wider dieſen Armen. Darf man ein klein Verſehn aus Trunkenheit Nicht uͤberſehn, wie muß der Blick es ruͤgen, Erſcheint vor uns, gekaͤut, verſchluckt, verdaut, Ein Hauptverbrechen?— Wir laſſen doch ihn frey; Ob Cambridge, Sctoop und Greh, aus thenrer Sorge Und wacher Hätung unſerer Perſon, hen 3 Geſtraft ihn wuͤnſchen. Nun zur fränk'ſchen Sache; Wem wurde letzthin Vollmacht zugetheilt? Cambr. Mir eine, gnäd'ger Hert. l Ihr hießt mich, heute ſie von euch begehren. Ser. Mich auch, mein Fuͤrſt.
Grey. Und mich, mein königlicher Herr.
B. Heinr. Da, Richard Grafvon Cambridge, habt ihr ente. Da ihr, Lord Servop von Masham;— und Herr Ritrer Grey von Northumberland, das hier iſt eure Leſ't, und erkennt, ich kene euren Werth Mylord von Weſtmoreland, und Oheim Exeter, Wir gehn zu Raͤcht an Bord.— Wie nun, ihr Herrn
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