Sz. 2. Koͤnig Heinrich V. 15
Was Federn unſern Schwingen leihen kanm i Zu weiſer Schnelligkeit: denn, Gott voraus, Straf ich den Dauphin in des Vaters Haus. Drum ſtrenge jeder ſeinen Geiſt nun an Dem edlen Werk zu ſchaffen freie Bahn. (Alle ab.)
3 w eh terA ſe iurgn Chorus tritt auf.
Nun iſt die Jugend Englands ganz in Glut,
Und ſeidne Buhlſchaft liegt im Kleiderſchrank:
Die Waffenſchmiede itzt gedeihn, der Ehre
Gedanke herrſcht allein in aller Bruſt.
Sie geben um das Pferd die Weide feil,
Dem Spiegel aller Chriſten⸗Koͤn'ge folgend,
Beſchwingten Tritts, wie Engliſche Merkure.
Denn jetzo ſitzt Erwartung in der Luft,
Und birgt ein Schwert vom Griff bis an die Spitze
Mit Kaiſerkronen, Herrn⸗ und Grafen⸗Kronen,
Heinrich und ſeinen Treuen zugeſagt.
Die Franken, welche gute Kundſchaft warnt
Vor dieſer Schreckens⸗ Ruͤſtung, ſchutteln ſich
In ihrer Furcht, und bleiche Politik
Bemuͤht ſich, Englands Zwecke abzulenken.
D England! Vorbild deiner innern Groͤße,
Gleich einem kleinen Leib mit maͤcht'gen Herzen,
Was koͤnnteſt du nicht thun, was Ehre will,
Wär' jedes deiner Kinder gut und ächt!
Doch ſieh nur! Frankreich fand in dir ein Neſt
Von hohlen Buſen, und das fuͤllt es an
Mit falſchen Kronen. Drey verderbte Maͤnner: er Eine, Richard Graf von Cambridge, dann
Heinrich, Lord Scroop von Masham, und der Dritte*
Sir Thomas Grey, Northumberländ'ſcher Ritter,
Sie ſind um fraͤnkſchen Sold(o Schuld, nicht Sold)


