Teil eines Werkes 
Zweyter Theil (1825) König Heinrich der Fünfte
Entstehung
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14 Konig Heinrich V.

Wie er uns vorhaͤlt unſre wildern Tage, Und nicht ermißt, wozu wir ſie benutzt. Wir ſchaͤtzten niemals dieſen armen Sitz ui9 Von England hoch, drum in der Ferne lebend, Ergaben wir uns wilder Ausſchweifung, Wie Menſchen immer es zu halten pflegen, Daß ſie am luſtigſten vom Hauſe ſind. Doch ſagt dem Dauphin, daß ich meinen Rang Behaupten will, gleich einem Koͤnig ſeyn, Und meiner Groͤße Segel will entfalten, Erheb' ich mich auf meinem Fraͤnk'ſchen Thron. Ich legte meine Majeſtaͤt bei Seit', Und plagte mich gleich einem Werktags⸗Mann; Doch dort ſteh' ich in voller Glorie auf, Die alle Augen Frankreichs blenden ſoll, Ja auch den Dauphin ſelbſt mit Blindheit ſchlagen. Und ſagt dem muntern Prinzen, dieß Geſpoͤtt Verwandle ſeine Baͤll' in Buͤchſenſteine, Und ſeine Seele lade ſchwer auf ſich Die Schuld verheerungsvoller Rache, die Mit ihnen ausfliegt; denn viele tauſend Witwen Wird dieß Geſpoͤtt um werthe Gatten ſpotten, Um Soͤhne Muͤtter, Burgen niederſpotten, Und mancher jetzt noch ungeborne Sohn Wird kuͤnftig fluchen auf des Dauphins Hohn. Doch dieß beruht in Gottes Willen alles, Auf den ich mich beruf', und in deß Namen Sagt ihr dem Dauphin, daß ich komme, mich Zu raͤchen wie ich kann, und auszuſtrecken In heil'ger Sache den gerechten Arm. So zieht in Frieden hin, und ſagt dem Dauphin, Sein Spaß wird nur wie ſchaaler Witz erſcheinen, Wenn tauſend mehr als lachten, druͤber weinen. Gebt ihnen ſicheres Geleit. Lebt wohl! Geſandte abe) Epeter. Gar eine luſt'ge Botſchaft. B. HZeinr. Wir hoffen ihren Sender roth zu machen. (Er ſteigt vom Thron.)

Drum, Lords, verſaͤumet keine guͤnſt'ge Stunde, Die unſer Unternehmen foͤrdern mag; Denn mein Gedank' iſt einzig Frankreich nun, Nur der an Gott geht dem Geſchaͤfte vor. Laßt denn zu dieſem Krieg bald unſre Mittel Verſammelt ſeyn, und alles wohlbedacht,

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