Sz. 2. Koͤnig Heinrich V. 13
Wenn die Geſchichte nicht mit vollem Mund Kuͤhn meine Thaten ſpricht, ſo ſey mein Grab Gleich einem Tuͤrkſchen Stummen ohne Zunge, Nicht mit dem ſchwaͤchſten Epitaph geehrt. 6 WDie franzöſiſchen Geſandten treten auf.) Wir ſind bereit, was unſerm Vetter Dauphin Beliebt, nun zu vernehmen: denn wir hoͤren Von ihm iſt euer Gruß, vom Koͤnig nicht. Geſandter. Geruhn Eur Majeſtäͤt uns zu erlauben Frey zu beſtellen, was der Auftrag iſt? Wie, oder ſollen ſchonend wir von fern 3 Des Dauphins Meynung, unſre Botſchaft, zeigen? R. Beinr. Nicht ein Tyrann, ein chriſtlicher Monarch Sind wir, und unſte Leidenſchaft der Gnade So unterworfen, wie in unſern Kerkern Verbrecher angefeſſelt; darum ſagt Mit freyer ungehemmter Offenheit Des Dauphins Meynung aus. Geſandter. Dann kuͤrzlich ſo: Eur Hoheit neulich hin nach Frankreich ſendend, Sprach dort gewiſſe Herzogthuͤmer an, Kraft eures großen Vorfahrn Eduard des Dritten. Zur Antwort nun ſagt unſer Herr, der Prinz, Daß ihr zuſehr nach eurer Jugend ſchmeckt, Und heißt euch wohl bedenken, daß in Frankreich Mit muntern Taͤnzen nichts gewonnen wird; Ihr koͤnnt euch nicht in Herzogthuͤmer ſchwaͤrmen, Drum ſchickt er, angemeßner eurem Geiſt, Euch dieſer Tonne Schatz, begehrt dafuͤr Ihr wollet fernerhin die Herzogthümer Richt von euch hören laſſen. So der Dauphin. R. Heinr. Der Schatz, mein Oheim? Peter Federbaͤlle, Herr. R. HZeinr. Wir freun uns daß der Dauphin mit uns
ſcherzt, Habt Dank fuͤr eure Muͤh und ſein Geſchent. Wenn wir zu dieſen Baͤllen die Raquetten Erſt ausgeſucht, ſo wollen wir in Frankreich Mit Gottes Gnad' in einer Spielpartie Des Vaters Kron' ihm in die Schanze ſchlagen; Sagt ihm, er ließ ſich ein mit ſolchem Kaͤmpfer, Daß alle Hoͤfe Frankreichs aͤngſten wird Der Bälle Sprung. Und wir verſtehn ihn wohl,
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