326 Koͤnig Heinrich IV. A. V.
Iſt in Verhaftung ſchnoͤd' und gift'gem Kerker;
Hieher geſchleppt
Von allerniedrigſter und ſchmutz'ger Hand.
Weck' auf die Rach' aus ſchwarzer Kluft mit Schlang'
Alektosgrimm,
Denn Dortchen ſitzt: Piſtol ſpricht Wahrheit nur. Falſt. Ich will ſie befreyen.(Trompeten.) piſt. Da bruͤllt die See, und ſcholl Trompetenklang.
(Der Koͤnig kommt mit ſeinem Zuge, darunter der
berichte. Falſt. Heil, Koͤnig Heinz! mein koͤniglicher Heinz! piſt. Der Himmel huͤte dich, erhabner Ruhmesſproß! Falſt. Gott ſchuͤtz dich, Herzonsſunge! Ronig. Sprecht mit dem eitlen Mann, Herr Oöerrichter. oberr. Seyd ihr bey Sinnen? wißt ihr, was ihr ſagt?„ Falſt. Mein Fuͤrſt! mein Zeus! dich red'ich an, mein Herz! Bönig. Ich kenn dich, Alter, nicht; an dein Gebet!
Wie ſchlecht ſteht einem Schalksnarrn weißes Haar!
Ich traumte lang von einem ſolchen Mann,
So aufgeſchwellt vom Schlemmen, alt und ruchlos;
Doch, nun erwacht, veracht' ich meinen Traum⸗
Den Leib vermindre, mehre deine Gnade,
Laß ab vom Schwelgen; wiſſe, daß das Grab
Dir dreymal weiter gähnt als andern Menſchen.
Erwiedre nicht mit einem Narrenſpaß,
„Denk nicht, ich ſey das Ding noch, das ich war;
Der Himmel weiß, und merken ſolls die Welt, Daß ich mein vor'ges Selbſt hinweggethan,
Wie nun auch die, ſo mir Geſellſchaft hielten. Vernimmſt du, daß ich ſey wie ich geweſen.
Dann komm', und du ſollſt ſeyn, was du mir warſt; Der Lehrer und der Pfleger meiner Luͤſte. Bis dahin bann' ich dich bey Todesſtrafe,
Und all die Andern auch, die mich mißleitet,
Zehn Meilen weit von unſerer Perſon.
Was Unterhalt betrifft, den ſollt ihr haben,
Daß Duͤrftigkeit euch nicht zum Boͤſen zwinge;
Und, wie wir hoͤren, daß ihr ench bekehrt,
So wollen wir nach eurer Kraft und Faͤhigkeit, Befoͤrdrung euch ertheilen. Sorgt, Mylord,
Daß unſers Wortes Inhalt werd' erfuͤllt.
(Der Koͤnig und ſein Zug ab.)
Falſt Herr Schaal, ich bin euch tauſend Pfund ſchuldig.


