Teil eines Werkes 
Erster Theil (1825) König Johann
Entstehung
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Sz. 5. Zweyter Theil. 325

Dortch. Kommt, ihr magres Ding! kommt, ihr ſpitzi⸗ ger Bube!

r. Büt. Es iſt ſchon gut.(Alle ab.)

Fuͤnfte Szene. Ein oͤffentlicher Platz bey der Weſtminſterabtey. (Zwey Kammerdiener, die Binſen ſtreuen.) . Kammerd. Mehr Binſen! mehr Binſen! 2. Kammerd. Die Trompeten haben ſchon zweymal

geblaſen. r. Rammerd. Es wird zwey Uhr, ehe ſie von der Kroͤnung kommen. Mach zu! mach zu!(Beyde ab.)

Falſtaff, Schaal, Piſtol, Bardolph und der Page kommen.)

Falſt. Steht hier neben mir, Herr Robert Schaal, ich will machen, daß euch der Koͤnig Gnade erzeigt. Ich will ihn anblinzeln, wie er vorbey gehr, und merkt nur auf die Mienen, die er mir machen wird.

Piſt. Gott ſegne deine Lunge, guter Ritter!

Falſt. Komm her, Piſtol, ſtell dich hinter mich!(zu Schaal.) O, haͤtte ich nur die Zeit gehabt, neue Livrehen machen zu laſſen, ich haͤtte die von euch geliehnen tauſend Pfund daran verwandt. Aber es thut nichts; dieſer armſelige Aufzug iſt beſſer; es beweiſ't den Eifer, den ich hatte, ihn zu ſehn.

Schaal. Das thuts.

Falſt. Es zeigt die Herzlichkeit meiner Zuneigung.

Schaal. Das thuts.

Falſt. Meine Ergebenheit.

Schaal. Das thuts, das thuts, das thuts.

Falſt. So Tag und Nacht zu reiten; nicht zu uber⸗ legen, nicht zu denken, nicht die Geduld zu haben, mich anders anzuziehn.

Schaal. Das iſt ſehr gewiß.

Falſt. Schmutzig von der Reiſe dazuſtehn, ſchwitzend vor Begierde ihn zu ſehen, an nichts anders gedacht, alles andre der Vergeſſenheit uͤbergeben, als ob gar nichts anders zu thun waͤre, als ihn ſehen.

Piſt. S iſt semper idem, denn absque hoo nihil est:'s iſt alles uͤberall.

Schaal. Es iſt ſo, in der That.

Piſt. Ich will dein' edle Bruſt entflammen, Ritter, Dich wäthen machen. Dein Dortchen, deines edlen Sinnes Helena,