324 Koͤnig Heinrich IV. A. V.
mir zu Gebote. Glucklich ſind die, welche meine Freunde waren, und wehe dem Herrn Oberrichter!
piſtol. Laßt ſchnoͤde Gey'r die Lung' ihm freſſen ab! Wo iſt mein vorig Leben? ſagen ſie! Hier iſts; willkommen dieſe frohen Tage.(Alle ab.)
London. Eine Straße.
(Buͤttel, welche die Wirthin Hurtig und Dortchen
Lakenreißer herbeyſchleppen.)
wirth. Nein, du Erzſchelm! Ich wollte, ich ſtuͤrbe, damit du gehängt wuͤrdeſt. Du haſt mir die Schulter ganz aus dem Gelenke geriſſen.
r. Büt. Die Gerichtsdiener haben ſie mir uͤberliefert, und ſie ſoll genug mit Peitſchen bewillkommnet werden, dafuͤr ſtehe ich ihr: es ſind ihretwegen ſeit kurzem ein oder ein paar Menſchen todtgeſchlagen.
Dortch. Aepfelſtange, Aepfelſtange, du lugſt! Komm nur, ich will dir was ſagen, du verdammter Schuft mit dem Kaldaunengeſicht. Wenn das Kind, womit ich ſchwan⸗ ger gehe, zu Schaden kommt, ſo ware dir beſſer, du hätteſt
deine Mutter geſchlagen, du Spitzbube von Papiergeſicht. wirth. O Jemine, daß Sir John doch zuruͤck ware! Ich weiß wohl, wem er einen blutigen Tag machen wuͤrde. IAber ich bitte Gott, daß die Frucht ihres Leibes zu Scha⸗ den kommen mag.
1. Büt. Wenn das geſchieht, ſo ſollt ihr ein Dutzend Kiſſen wieder haben; ihr habt jetzt nur noch elfe. Kommt, ihr muͤßt beyde mit mir gehn; der Mann iſt todt, den ihr und Piſtol beide unter euch gepruͤgelt habt.
Dortch. Ich will dir was ſagen, du ausgedoͤrrter Knecht Ruprecht, dafuͤr ſollt ihr mir tuͤchtig ausgewalkt werden, ihr Schuft von Blaurock! ihr garſtiger hungriger Zuchtmeiſter! Wenn ihr nicht geprugelt werdet, ſo will ich keine halbe Leibroͤcke wieder tragen.
1. Büt. Kommt, kommt, ihr irrende Ritterin! kommt!
wirth. O, daß Recht die Gewalt ſo unterdruͤcken muß! Nun, aus Leiden kommen Freuden⸗
Dortch. Kommt, ihr Schelm! kommt, bringt mich vor einen Friedensrichter.
wirth. Ja, kommt, ihr ausgehungerter Bluthund.
Dortch. Gevatter Todi Gevatter Beingerippe! wirth. Du Skerlett du!


