8
Sz. 5. Zweyter
N
heil. 327
Schaal. Ja wahrhaftig, Sir John, ich bitte euch, ſie mir mit nach Hauſe zu geben.
Falſt. Das kann ſchwerlich geſchehen, Herr Schaal. Bekuͤmmert euch hieruͤber nicht, man wird mich insgeheim zu ihm rufen; ſeht, er muß ſich vor der Welt dieß Anſehn geben. Fuͤrchtet nichts wegen eurer Befoͤrderung; ich bin immer noch der Mann, der euch groß machen kann.
Schaal. Ich kann nicht begreifen, wie: ihr muͤßtet mir denn euer Wams geben und mich mit Stroh ausſtop⸗ ſen. Ich bitte euch, guter Sir John, gebt mir nur fuͤnfhundert von meinen tauſend.
Falſt. Herr! ich will euch mein Wort noch halten; was ihr eben gehoͤrt habt, war nur eine angenommene Maske.
Schaal. Aber eine Maske, fuͤrchte ich, worin ihr bis an euren Tod ſtecken werdet, Sir John.
Falſt. Macht euch nichts aus ſo einer Maske, kommt mit mir zum Eſſen. Kommt, Lieutenant Piſtol! komm, Bardolph! Ich werde heute Abend bald gerufen werden.
Prinz Johann, der Oberrichter, Offiziere u. ſ. w.
kommen zuruͤck.)
Oberr. Geht, bringt den Sir John Falſtaff ins Gefaͤngniß, Nehmt ſeine ganze Bruderſchaft mit fort.
Falſt. Mylord, Mylord,—
Oberr. Ich kann nicht jetzo, bald will ich euch hoͤren. Nehmt ſie mit weg,
Piſt. Si fortuna me tormenta, spero me contenta.
(Falſtaff, Schaal, Piſtol, Bardolph, Page und Offiziere ab.) Pr. Joh. Mir ſteht dieß edle Thun des Konigs an; Er will, daß ſeine vorigen Begleiter Verſorgt zum beſten alle ſollen ſeyn;
Doch alle ſind verbannt, bis ſich ihr Umgang Beſcheidner zeigt und weiſer vor der Welt.
Gberr. Das ſind ſie auch.
Pr. Joh. Der Koͤnig hat ſein Parlament beruſen.
Oberr. Das hat er.
Pr. Joh. Was wettet ihr? wir tragen nun noch heuer Das Buͤrgerſchwert und angeborne Feuer Bis Frankreich hin; es ſang ein Vogel ſo,
Deß Ton, ſo ſchiens, den Koͤnig machte froh. Kommt, wollt ihr mit?(Beyde ab.)
7


