Teil eines Werkes 
Erster Theil (1825) König Johann
Entstehung
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Sz3. Zweyter Theil. 321

Wo wohlfeil das Fleiſch und die Maͤdel rar, Und munteres Voͤlklein hier ſchwaͤrmet und dar, So freudiglich, Und immerzu ſo freudiglich. Falſt. Das iſt mir ein froͤhliches Herz! Lieber Herr Stille, dafuͤr will ich ſogleich eure Geſundheit trinken. Schaal. Gieb dem Herrn Bardolph Wein, David. Dav. Schoͤnſter Herr, ſetzt euch;(er ſetzt Bardolph und dem Pagen Stuͤhle an einem andern Tiſch.) ich bin gleich wie⸗ der bey euch ſchoͤnſter Herr, ſetzt euch. Herr Page, lieber Herr Page, ſetzt euch; Proſit! Was euch an Eſſen abgeht, wollen wir mit Trinken erſetzen. Aber ihr muͤßt vorlieb nehmen; der gute Wille iſt die Hauptſache.(ab.) Schaal. Seyd luſtig, Meiſter Bardolph, und ihr da, mein kieiner Soldat, ſeyd luſtig. Stille.(ſingt.) Seyd luſtig, ſeyd luſtig, die Frau mag auch ſchreyn, Denn Weiber ſind Hexen, ſo große, wie klein, Wo Maͤnner allein, gehts drauf und drein; Und luſtige Faſtnacht willkommen! Seyd luſtig, ſeyd luſtig, u. ſ. w. Falſt. Ich haͤtte nicht gedacht, daß Herr Stille ein Mann von dem Feuer waͤre. Stille. Wer? Ich? Ich bin wohl ſchon ein oder ein paarmal in meinem Leben luſtig geweſen. Dav.(kommt zuruͤck.) Da iſt ein Teller voll Pelzäp⸗ fel fuͤr euch.(ſetzt ſie vor Bardolph hin.) Schaal. David! Dav. Euer Edlen!(zu Bardolph.) Ich will gleich bey euch ſcyn. Ein Glaͤschen Wein, Herr? Stille.(ſingt.) Ein Glaͤschen Wein, der ſtark und rein, Und trink es zu der liebſten mein, Und ein froͤhliches Herz lebt am läͤngſten. Falſt. Brav! Herr Stille. Stille. Und wir wollen froͤhlich ſeyn; das Beſte von der Nacht geht nun erſt an. Falſt. Eure Geſundheit und langes Leben, Herr Stille! Stille.(ſingt.] Fuͤllt das Glas, ich trink' es leer, Und waͤrls eine Meil' auf den Boden. Schaal. Ehrlicher Bardolph, willkommen! Wenn dir irgend was fehlt und du forderſt nicht, ſo mach' es mit dir ſelber aus.(Zu dem Pagen.) Willkommen, mein allerliebſter kleiner Schelm! ja wahrhaftig, recht ſehr will⸗ 21