320 Koͤnig Heinrich IV. A. V.
Die faule Meynung, die mich niederſchrieb
Nach meinem Anſchein. Der Strom des Bluts in mir
Hat ſtolz bis jetzt in Eitelkeit geflutet,
Nun kehrt er um, und ebbt zuruͤck zur See,
Wo er ſich mit der Fluten Haupt ſoll miſchen,
In ernſter Majeſtät forthin zu fließen.
Berufen wir den Hof des Parlaments
Und ſolche Glieder fuͤr den edlen Rath,
Daß unſers Staates großer Koͤrper ſteh
An Wuͤrde gleich dem beſtregierten Volk,
Daß Krieg und Frieden, oder beydes auch
Zugleich, bekannt uns und gelaͤufig ſey; (Zum Oberrichter.)
Wobey ihr, Vater, ſollt den Vorſitz fuͤhren.
Nach unſrer Kroͤnung rufen wir zuſammen,
Wie wir zuvor erwaͤhnt, den ganzen Staat;
Und ſtimmt der Himmel meinem Willen bey,
So ſoll noch Prinz, noch Pair, mit Grunde ſagen:
Gott kuͤrze was an Heinrichs frohen Tagen.(Alle ab.)
i Dritte Szene. Gloſterſhire. Der Garten bey Schaals Hauſe. (Falſtaff, Schaal, Stille, Bardolph, der Page und David kommen.) Schaal. Nein, ihr muͤßt meinen Baumgarten ſehn, da wollen wir uns in eine Laube ſetzen und einen Pippin vom vorigen Jahre eſſen, den ich ſelbſt gepfropft habe, nebſt einem Teller Konfekt und ſo weiter;— nun kommt,
Vetter Stille, und dann zu Bett⸗
Falſt. Weiß Gott, ihr habt hier einen trefflichen rei⸗ chen Wohnſitz.
Schaal. Mager, mager, mager! Alleſammt Bettler, alle⸗ ſammt Bettler, Sir John!— Ey nun, die Luft iſt gut⸗— Decke, David; decke, David; das machſt du gut, David
Falſt. Der David leiſtet euch gute Dienſte; er iſt euer Aufwärter und euer Wirthſchafter. 13
Schaal. Ein guter Burſch, ein guter Burſch, ein ſehr guter Burſch, Sir John.— Beym Sakrament, ich habe beym Eſſen zu viel getrunken;— ein guter Burſch. Nun ſetzt euch nieder, ſetzt euch nieder! Kommt, Vetter.
Stille. Ey der Tauſend, das mein' ich; wir wollen
(Er ſingt.) Nichts thun, als eſſen, und keiner was ſpar', und preiſen den Himmel furs luſtige Jahr,


