Teil eines Werkes 
Erster Theil (1825) König Johann
Entstehung
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Sz. 1. Zweyter Theil 315

ſind nicht anzubringen; und dann, Herr: ſollen wir das Auerland mit Waizen beſaͤen?

Schaal. Mit rothem Waizen, David. Aber wegen Wilhelm dem Koch, ſind keine jungen Tauben da?

Dav. Ja, Herr! Hier iſt nun des Schmidts Rechnung fuͤrs Beſchlagen und die Pflugeiſen.

Schaal. Zieh die Summe und bezahl es. Sir John, ihr ſollt nicht entſchuldigt ſeyn. 2

Dav. Ferner, Herr, wir muͤſſen durchaus eine neue Kette an dem Eimer haben; und, Herr, denkt ihr, dem Wilhelm was von ſeinem Lohn abzuziehen, wegen des Sacks, den er letzthin auf dem Markte zu Hinkley ver⸗ loren hat?

Schaal. Er nuß es erſetzen. Einige Tauben, David, ein paar kurzbeinige Hennen, eine Schoͤpskeule und ſonſt ein allerliebſtes kleines Allerley; ſag das Wilhelm dem Koch.

Dav. Bleibt der Kriegsmann den ganzen Abend hier, Herr?

Schaal. Ja, David, ich will ihm gut begegnen; ein Freund am Hofe iſt beſſer als ein Pfennig im Beutel. Begegne ſeinen Leuten gut, David, denn es ſind ausge⸗ machte Schelme, und ſchwaͤrzen einen hinter den Ruͤcken an.

Dav. Nicht aͤrger als ſie ſelbſt hinter dem Ruͤcken angeſchwaͤrzt ſind, Herr, denn ſie haben erſchrecklich ſchmutzige Waͤſche an.. Schaal. Ein ſchoͤner Einfall, David! An deine Ar⸗ beit, David.

Dav. Ich bitte euch, Herr, Wilhelm Viſor von Won⸗ cot gegen Elemens Perkes vom Berge zu unterſtutzen.

Schaal. Gegen den Viſor kommen viele Klagen ein, David; der Viſor iſt ein ausgemachter Schelm, ſo viel ich weiß.

Dav. Ich geſtehe Euer Edlen zu, daß er ein Schelm iſt, Herr; aber da ſey Gott vor, Herr, daß ein Schelm nicht auf die Fuͤrſprache eines Freundes einige Unterſtuͤtz⸗ ung finden ſollte. Ein ehrlicher Mann, Herr, kann fuͤr ſich ſelbſt ſprechen, wenn ein Schelm es nicht kann. Ich habe Euer Edlen treulich ſeit acht Jahren gedient, Hebr; und wenn ich nicht ein oder ein paarmal in einem Vier⸗ reljahr einemn Schelm gegen einen ehrlichen Mann durch⸗ helfen kann, ſo habe ich auch gar zu wenig Kredit bey Euer Edlen. Der Schelm iſt mein ehrlicher Freund, Herr, bitte ich Euer Edlen, laßt ihm Unterſtuͤtzung an⸗ gedeihen.

Schaal. Gich dich zufrieden, ich ſage, ihm ſoll nichts geſchehen. Sieh nach allem.(David ab.)