Si. 3. Zwehter Theil. 313
Durch welche Nebenſchlich' und krumme Wege Ich dieſe Kron' erlangt; ich ſelbſt weiß wohl, Wie läſtig ſie auf meinem Haupte ſaß⸗ Dir fällt ſie heim nunmehr mit beßrer Ruh, Mit beßrer Meinung, beſſerer Beſtät'gung; Denn jeder Flecken der Erlangung geht Mit mir ins Grab. An mir erſchien ſie nur Wie eine Ehr' erhaſcht mit heft'ger Hand; Und viele lebten noch, mir vorzurucken, Daß ich durch ihren Beyſtand ſie gewonnen; Was taͤglich Zwiſt und Blutvergießen ſchuf, Dem vorgegebnen Frieden Wunden ſchlagend. All dieſe dreiſten Schrecken, wie du ſiehſt, Hab' ich beſtanden mit Gefahr des Lebens: Denn all mein Regiment war nur ein Auftritt, Der dieſen Inhalt ſpielte; nun veraͤndert Mein Tod die Weiſe; denn was ich erjagt, Das fallt dir nun mit ſchoͤnerm Anſpruch heim, Da du durch Erblichkeit die Krone trägſt. Und, ſtehſt du ſichrer ſchon als ich es konnte, Du biſt nicht feſt genug, ſo lang die Klagen So friſch noch ſindz und allen meinen Freunden, Die du zu deinen Freunden machen mußt, Sind Zahn' und Stachel kurzlich nur entnommen, Die durch gewaltſam Thun mich erſt befordert, Und deren Macht wohl Furcht erregen konnte Vor neuer Abſetzung; was zu vermeiden Ich ſie verdarb, und nun des Sinnes war, Zum heil'gen Lande Viele fortzufuͤhren, Daß Ruh und Stilleliegen nicht zu nah Mein Reich ſie pruͤfen ieß. Darum, mein Heintich, Beſchaͤft'ge ſtets die ſchwindlichten Gemuͤther Mit fremdem Zwiſt, daß Wirken in der Fern Das Angedenken vor'ger Tage banne. Mehr wollt' ich, doch die Lung' iſt ſo erſchoͤpft, Daß kraͤft'ge Rede gaͤnzlich mir verſagt iſt. Wie ich zur Krone kam, o Gott vergebe! Daß ſie bey dir in wahrem Frie den lebe!
Pr. Zeinr. Mein gnäd'ger Fuͤrſt, Ihr trugt, erwarbt, bewahrtet, gabt ſie mir; Klar iſt daher auch mein Beſitz an ihr Den wider alle Welt nach vollen Rechten Mit nicht gemeiner Müh' ich will verfechten.
(Prinz Johann von Lancaſter, Warwick, Lords und
Andre treten auf.)


