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Sz. 3. Zweyter Theil. 31¹ Die Groͤße, die du ſuchſt, wird dich erdruͤcken.
Wart nur ein wenig; denn die Wolke meiner Wuͤrde Haͤlt ein ſo ſchwacher Wind vom Fallen ab, Daß ſie bald ſinken muß; mein Tag iſt trübe. Du ſtahlſt mir das, was nur nach wenig Stunden Dein ohne Schuld war, und bey meinem Tod Haſt du mir die Erwartung noch beſiegelt: Dein Leben zeigte, daß du mich nicht liebteſt, Und du willſt, daß ich deß verſichert ſterbe. In deinem Sinne birgſt du tauſend Dolche, Die du am Felſenherzen dir gewetzt, Ein Stuͤndchen meines Lebens zu ermorden. Wie? kannſt du nicht ein Stuͤndchen auf mich warten? So mach dich fort und grabe ſelbſt mein Grab, Heiß deinem Ohr die frohen Glocken toͤnen, aß du gekroͤnt wirſt, nicht daß ich geſtorben. Die Thränen, die den Sarg bethau'n mir ſollten, Laß Balſamtropfen ſeyn, dein Haupt zu weihen; Mich miſche nur mit dem vergeßnen Staub; Gicb das den Wuͤrmern, was dir Leben gab. Setz meine Diener ab, brich meine Schluͤſſe, Nun iſt die Zeit da, aller Form zu ſpotten Heinrich der Fuͤnfte herrſcht!— Auf, Eitelkeit! Sink, Koͤnigswuͤrde! Weiſe Räthe fort! Und nun verſammelt euch an Englands Hof Von jeder Gegend, Affen eitlen Tands! Nun, Graͤnznachbarn, ſchafft euren Abſchaum weg, Habt ihr'nen Wuſtling, welcher flucht, zecht, tanzt. Die Naͤchte ſchwaͤrmt, raubt, mordet und veruͤbt Die aͤltſten Suͤnden auf die neuſte Art, Seyd glucklich, er belaͤſtigt euch nicht mehr; England wird zwiefach ſeine Schuld vergolden, England wird Amt ihm geben, Ehre, Macht; Der fuͤnfte Heinrich nimmt gezaͤhinter Frechheit Des Zwanges Maulkorb, und das wilde Thier Wird ſeinen Zahn an jeder Unſchuld weiden. O, armes Reich du, krank von Buͤrgerſtreichen! Wenn deinen Unfug nicht mein Sorgen hemmte, Was wirſt du thun, wenn Unfug fuͤr dich ſorgt? O, du wirſt wieder eine Wildniß werden, Beſetzt von Woͤlfen, deinen alten Buͤrgern Pr. weinr. Enieend.) Mein Fuͤrſt, verzeiht mir! Wären nicht die Thränen Die feuchten Hinderniſſe meiner Rede, 3


