Teil eines Werkes 
Erster Theil (1825) König Johann
Entstehung
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310 Koͤnig Heinrich W. A. 1v.

Iſt er ſo eilig, daß er glaubt, es ſey Mein Schlaf mein Tod? u Lord Warwick findet ihn, ſchmaͤhlt ihn hieher. (Warwick ab.) Dieß Thun von ihm vereint ſich mit dem Uebel Und hilft mich enden. Seht, Sohne, was ihr ſeyd! Wie ſchleunig die Natur in Aufruhr fallt, Wird Gold ihr Gegenſtand! Und dafuͤr brachen thoͤricht bange Väter Mit Denken ihren Schlaf, den Kopf mit Sorge, Mit Arbeit ihr Gebein; Dafuͤr vermehrten ſie und thuͤrmten auf Die falſchen Haufen fremd erworbnen Goldes, Dafuͤr bedachten ſic, die Söhn' jn Kuͤnſten Und kriegeriſcher üebung einzuweihn; Denn, wie die Biene, jede Blume ſchatzend Um ihre ſuͤße Kraft, Die Schenkel voller Wachs, den Mund voll Honig, So bringen wirs zum Korb; und wie die Bienen Erwuͤrgt man uns zum Lohn, Der bittre Schmack Beut ſeine Laſt dem Vater, welcher ſcheidet. (Warwick kommt zuruͤck.) Nun, wo iſt der, der nicht ſo lang will warten, Bis ſein Freund Krankheit mir ein Ende macht? Warw. Ich fand den Prinzen, Herr, im naͤchſten Zimmer, Mit Thraͤnen mild die holden Wangen waſchend, In ſolchem tiefen Anſchein großer Trauer, Daß Tyranney, die immer Blut nur zecht Bey dieſem Anblick waſchen wuͤrd⸗ ihr Meſſer Mit milden Augentropfen. Er kommt her. B. Heinr. Allein warum nahm er die Krone weg? Grinz Heinrich kommt zuruͤck.) Da kommt er, ſeht. Hieher komm zu mir, Heinrich! Raumt ihr das Zimuer, laßt uns hier allein. (Clarence, Prinz Humphrey, Lords und nebrige ab.) Pr. Heinr. Ich dachte nicht, euch noch einmal zu hoͤren. V. Zeinr. Dein Wunſch war des Gedankens Vater, . Heinrich, Ich zogre dir zu lang, ermuͤde dich. So hungerſt du nach meinem led'gen Stuhl, Daß du dich mußt in meine Ehren kleiden, Eh noch die Stuhde reif? O bloͤder Juͤnglug!