Sz. 3. Sweyter Theil. 309
In mancher wachen Nacht!— nun damit ſchlafen! Doch ſo geſund nicht, noch ſo lieblich tief, Als der, deß Stirn mit grobem Tuch umwunden, Die naͤcht'ge Zeit verſchnarcht. O Maſeſtaͤt! Wenn du den Traͤger druͤckſt, ſo ſitzeſt du Wie reiche Waffen in des Tages Hitze, Die ſchuͤtzend ſengen. Bey des Odems Thoren Liegt ihm ein Federchen, bas ſich nicht ruͤhrt: Und athmet' er, der leichte, loſe Flaum Bewegte ſich.— Mein gnäd'ger Herr! mein Vater! Der Schlaf iſt wohl geſund; dieß iſt ein Schlaf, Der manchen Koͤnig Englands hat geſchieden Von dieſem goldnen Zirkel. Dein Recht an mich Sind Thraͤnen, tiefe Trauer deines Bluts, Was dir Natur und Lieb' und Kindesſinn, O theurer Vater, reichlich zahlen ſoll. Mein Recht an dich iſt dieſe Herrſcherkrone, Die, als dem naͤchſten deines Rangs und Bluts, Mir ſie vererben muß. Hier ſitzt ſie, ſeht! 6(Er ſetzt ſie auf ſein Haupk.) Der Himmel ſchuͤtze ſie! Nun legt die Staͤrke Der ganzen Welt in Einen Rieſenarm, Er ſoll mir dieſe angeſtammte Ehre Nicht mit Gewalt entreißen. Dieß von dir, Loß' ich den Meinen, wie du's ließeſt mir.(ab.) B. Zeinr. Warwick! Gloſter! Clarence! (Warwick kommt mit den übrigen zuruͤck.) Clar. Ruft der Koͤnig? Warw. Was wollt' Eur Majeſtaͤt? wie iſt Eur Gnaden? R. Zeinr. Weswegen ließt ihr ſo allein mich, Lords? Clar. Wir ließen hier den Prinzen, meinen Bruder, Der uͤbernommen, bey euch aufzuſitzen. k. HZeinr. Der Prinz von Wales? Wo iſt er? Laßt
mich ſehn. Er iſt nicht hier. warw. Die Thuͤr iſt offen, dort iſt er hinaus. Clar. Er kam nicht durch das Zimmer, wo wir waren. R. Zeinr. Vo iſt die Krone? wer nahm ſie mir vom Kiſſen? Wwarw. Mein Fuͤrſt, beym Weggehn ließen wir ſie hier. k. Zeinr. Der Prinz nahm ſie mit weg.— Geht, ſucht ihn auf⸗


