308 Koͤnig Heinrich W. A. IV. Und alte Leute, kind'ſche Zeitregiſter Verſichern, dieß ſey kurz zuvor geſchehn,
Ch unſer Aeltervater, Eduard, krankt' und ſtarb. Warw. Sprecht leiſer, Prinzen, er erhoit ſich wieder. Pr. Zumph. Gewiß wird dieſer Schlag ſein Ende ſeyn. k. Heinr. Ich bitt' euch, nehmt mich auf, und tragt
mich fort
In eine andre Kammer— ſanft, ich bitte.
(Sie tragen den Koͤnig in einen innern Theil des Zimmers und legen ihn auf ein Bett.)
Laßt keinen Laͤrm hier machen, lieben Freunde, Wenn eine dumpfe, guͤnſt'ge Hand nicht etwa Muſik will fluͤſtern meinem muͤden Geiſt. Warw. Ruft die Muſik her in das andre Zimmer. R. Zeinr. Legt mir die Krone auf mein Kiſſen hier. Clar. Sein Aug' iſt hohl, er hat ſich ſehr verwandelt. warw. O, ſtill doch! ſtill! Prinz Heinrich tritt auf.) Pr. Zeinr. Wer ſah den Herzog Clarence? Clar. Hier bin ich, Bruder, voller Traurigkeit. Pr. Zeinr. Wie nun? Im Hauſe regnets und nicht
draußen? Was macht der Koͤnig? Pr. Zumph. Er iſt aͤußerſt ſchlecht. Pr. Zeinr. Hat er die gute Zeitung ſchon gehoͤrt? Sägt ſie ihm. Pr. Zumph. Wie er ſie hoͤrte, hat er ſich verwandelt. Pr. Seinr. Iſt er vor Freuden krank, So wird er ohn' Arzney ſchon beſſer werden. Warw. Nicht ſo viel Laͤrm, Mylords! ſprecht leiſe, d lieber Prinz! Der Koͤnig, euer Vater, wuͤnſcht zu ſchlafen. Clar. Ziehn wir ins andre Zimmer uns zuruͤck. Warw. Beliebt es Euer Gnaden, mitzugehn? Pr. Zeinr. Ich will hier ſitzen und beym Koͤnig wachen. b.(Alle ab, außer Prinz Heinrich.) Weswegen liegt die Kron auf ſeinem Kiſſen, Die ein ſo unruhvoller Bettgenoß? O, glaͤnzende Zerruͤttung! goldne Sorge! Die weit des Schlummers Pforten offen haͤlt


