306 Konig Heinrich 1V. A. 1.
Was doch durchaus die Zeit hinein wird gießen,
Nie leck mag werden, wirkt es auch ſo ſtark,
Als Aconitum oder raſches Pulver. Clar. Mit Sorg' und Liebe will ich auf ihn achten. R. Zeinr. Warnm biſt du nicht mit in Windſor, Thomas? Clar. Er iſt nicht dorten heut, er ſpeiſt in London. R. Zeinr. Und in was fuͤr Begleitung? Weißt du das? Clar. Mit Poins und Andern, die ihm immer folgen. R. Zeinr. Am meiſten Unkraut träͤgt der fett'ſte Boden, nd er, das edle Bildniß meiner Jugend,
Iſt uͤberdeckt damit; darum erſtreckt
Mein Gram ſich jenſeit meiner Todesſtunde.
Mir weint das Blut vom Herzen, denk' ich mir
In Einbildungen die verwirrten Tage,
Die faulen Zeiten, die ihr werdet ſehn,
Wenn ich entſchlafen bin bey meinen Ahnen,
Wenn nichts mehr die unbaͤnd'ge Wuͤſtheit zugelt,
Wenn Gier und heißes Blut ihm Raͤthe ſind,
Wenn Mittel ſich und uͤpp'ge Sitten treffen,
Mit welchen Schwingen wird ſein Hang dann fliegen
In trotzende Gefahr und droh'nden Fall!
warw. Mein gnaͤd'ger Koͤnig, ihr verkennt ihn ganz.
Der Prinz ſtudirt nur ſeine Spießgeſellen, Wie eine fremde Sprache, der zu lieb Nothwendig man das unehrbarſte Wort Anſehn und lernen muß; einmal erlangt, Weiß Eure Hoheit, braucht man es nicht weiter, Als daß mans kennt und haßt. So wird der Prinz Bei reifrer Zeit, wie grobe Redensarten, Sich der Gefaͤhrten abthun; ihr Gedächtniß Wird nur als Muſter leben oder Maaß, Womit er Andrer Leben meſſen kann, Vormal'ges Uebel kehrend zum Gewinn. R. Heinr. Nicht leicht verlaͤßt die Biene ihren Waben Im todten Aas.— Wer kommt da? Weſtmoreland? (Weſtmoreland tritt auf.) Weſt. Heil meinem Oberherrn! und neues Gluͤck, Zu dem gefuͤgt, das ich berichten ſoll! Der Prinz Johann kuͤßt Euer Hoheit Hand: Mowbray, der Biſchof Scroop, Haſtings und Alle Sind unter des Geſetzes Zucht gebracht, Und kein Rebellen⸗Schwert iſt mehr entbloͤßt;
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