Teil eines Werkes 
Erster Theil (1825) König Johann
Entstehung
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Sz. 4. Johann. 41

Conſt. Der ſpricht zu mir, der keinen Sohn je hatte. R. Ph. Ihr liebt den Gram, ſo ſehr als euer Kind⸗

Conſt. Gram fuͤllt die Stelle des entfernten Kindes, Leat in ſein Bett ſich, geht mit mir umher, Nimmt ſeine allerliebſten Blicke an, Spricht ſeine Worte nach, erinnert mich An alle ſeine holden Gaben, fuͤllt Die leeren Kleider aus mit ſeiner Bildung; Drum hab' ich Urſach meinen Gram zu lieben. Gehabt euch wohl! Waͤr' euch geſchehn, was mir, Ich wollt' euch beſſer troſten, als ihr mich. (Sie reißt ihren Kopfputz ab.) Ich will die Zier nicht auf dem. Haupt behalten, Da mein Gemuͤth ſo wild zerruͤttet iſt. D Gott, mein Kind! mein holder Sohn! mein Arthur! Mein Leben! meine Luſt! mein Alles du! Mein Wittwentroſt und meines Kummers Heil! ab. k. ph. Ich furcht' ein Aeußerſtes und will ihr ſh (ab.)

Louis. Es giebt nichts in der Welt, was michkann freun; Das Leben iſt ſo ſchaal, wie'n altes Maͤhrchen, Dem Schläͤfrigen in's dumpfe Ohr geleyertz Und Schmach verdarb des ſuͤßen Worts Geſchmack, Daß es nur Schmach und Bitterkeit gewaͤhrt.

pand. Vor der Geneſung einer heft'gen Krankheit, Im Augenblick der Kraft und Beßrung, iſt Im heftigſten der Ausfall; jedes Uebel, Das Abſchied nimmt, erſcheint am uͤbelſten. Was buͤßt ihr ein durch dieſes Tags Verluſt?

Louis. Des Ruhmes, Heils und Gluͤcks geſanmte Tage.

pand. Gewißlich, wenn ihr ihn gewonnen haͤttet.

Nein, wenn das Gluͤck den Menſchen wohlthun will,

So blickt es ſie mit droh'ndn Augen an.

Unglaublich iſts, wie viel Johann verliert

Durch das, was er fuͤr rein gewonnen achtet.

Thut dirs nicht leid, daß Arthur ſein Gefangner? Louis. So herzlich, wie er froh iſt, ihn zu haben. pand. Eu'r Sinn iſt jugendlich, wie euer Blut.

Nun hoͤrt mich reden mit prophet'ſchem Geiſt;

Denn ſelbſt der Hauch deß, was ich ſprechen will,