Teil eines Werkes 
Erster Theil (1825) König Johann
Entstehung
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G 8 S.

Sz. 1. Johann.

War feſtgeſchworne Treue, Fried' und Freundſchaft Fuͤr unſer Beyder Reich und hohes Selbſt. Und eben vor dem Stillſtand, kurz zuvor,

So lang', daß wir die Haͤnde waſchen konnten, Um auf den Friedenshandel einzuſchlagen,

Der Himmel weiß es, waren ſie betuͤncht

Von des Gemetzels Pinſel, wo die Rache

Den furchtbarn Zwiſt erzuͤrnter Koͤn'ge mahlte;

Und dieſe Haͤnde, kaum von Blut gereinigt,

In Liebe neu vereint, in beydem ſtark,

Sie ſollen loͤſen Druck und Freundes⸗Gruß?

Die Tren verſpielen? mit dem Himmel ſcherzen?

So wankelmuͤth'ge Kinder aus uns machen,

Nun wiederum zu reißen Hand aus Hand,

Uns loszuſchwoͤren von geſchworner Treu,

Und auf des holden Friedens Ehebett

Mit blut'gem Heer zu treten, einen Aufruhr

Zu ſtiften auf der ebnen milden Stirn

Der graden Offenheit? O heil'ger Herr!

Ehrwuͤrd'ger Vater! laßt es ſo nicht ſeyn.

In eurer Huld erſinnt, beſchließt, verhaͤngt

Gelindre Anordnung, ſo wollen wir

Euch froh zu Willen ſeyn und Freunde bleiben. pand. Unordentlich iſt jede Anordnung,

Die gegen Englands Liebe nicht gekehrt.

Drum zu den Waffen! ſey der Kirche Streiter!

Sonſt werfe ihren Fluch die Mutter Kirche,

Der Mutter Fluch, auf den empoͤrten Sohn. Frankreich, du kannſt die Schlange bey der Zunge, Den Leu'n im Kaͤfig bey der furchtbarn Tatze, Beym Zohn den gier'gen Tiger ſichrer halten, Als dieſe Hand in Frieden, die du haͤltſt. R. Pph. Ich kann die Hand, doch nicht die Treue loͤſen. pand. So machſt du Treu zum Feinde deiner Treu. Du ſtellſt, wie Buͤrgerkrieg, Eid gegen Eid, Und deine Zunge gegen deine Zunge. O daß dein Schwur, dem Himmel erſt gethan, Dem Himmel auch zuerſt geleiſtet werde! Er lautet: Streiter unſrer Kirche ſeyn. Was du ſeitdem beſchworſt, iſt wider dich, Und kann nicht von dir ſelbſt geleiſtet werden. Wenn du verkehrt zu thun geſchworen haſt, Iſts nicht verkehrt, wenn du das Rechte thuſt, I.