Teil eines Werkes 
Erster Theil (1825) König Johann
Entstehung
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32 Koͤnig A. III.

El. Wirſt du blaß, Frankreich? Zieh die Hand nicht weg. Conſt. Gieb, Teufel, Acht, daß Frankreich nicht bereut! Der Haͤnde Trennung raubt dir eine Seele. Oeſt. Hoͤrt auf den Cardinal, erlauchter Philipp. Baſt. Haͤngt ihm ein Kalbsfell um die ſchnoden Glieder. Gut, Schurk', ich muß dieß in die Taſche ſtecken, Baſt. Eure Hoſen weit genug dazu. R. Joh. Philipp, was ſprichſt du zu dem Cardinalt Conſt. Wie ſpräch' er anders, als der Cardinal? Louis. Bedenkt euch, Vater, denn der Unterſchied Iſt, hier Gewinn des ſchweren Fluchs von Rom, Dort' nur Verluſt von Englands leichter Freundſchaft.

Wagt das Geringre denn. Bl. Das iſt Roms Fluch.

Conſt. O Louis, ſteh! Der Teufel lockt dich hier Im Bildniß einer unberuͤhrten Braut. Bl. Conſtanze ſpricht nach Treu und Glauben nicht, Sie ſpricht nach ihrer Noth. S Conſt. Giebſt du die Noth mir zu, Die einzig lebt, weil Treu' und Glauben ſtarb, So muß die Noth nothwendig dieß erweiſen, Daß Tren' und Glauben auflebt, wenn ſie ſtirbt. Tritt nieder meine Noth, und Treue ſteigt; Halt aufrecht ſie, und Treue wird zertreten. R. Joh. Der Koͤnig ſteht betreten, ohne Antwort. Conſt. O tritt zuruͤck von ihm! antworte gut! Oeſt. Thu's, Koͤnig Philipp, häng nach dem weifel. Baſt. Haͤng um ein Kalbsfell, ſchoͤnſter, dummer Teufel. R. ph. Ich bin verwirrt, und weiß nicht, was zu ſagen. Pand. Was du auch ſagſt, es wird dich mehr werwirren, Wenn du verflucht wirſt und in Bann gethan. R. ph. Setzt euch an meine Stell, ehrwuͤrd ger Vater, Und ſagt mir, wie ihr euch betragen wuͤrdet. Die koͤnigliche Hand und meine hier Sind neu verknuͤpft, die innerſten Gemuͤther Vermaͤhlt zum Bund, verſchlungen und umkettet Von aller frommen Kraft geweihter Schwuͤre. Der letzte Hauch, der Ton den Worten gab,

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