Teil eines Werkes 
Erster Theil (1825) König Johann
Entstehung
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5.1. Johann. 31 Fuͤg dieß hinzu noch: daß kein welſcher Prieſter In unſerm Reich verzehnten ſoll und zinſen, Wie naͤchſt dem Himmel wir das hoͤchſte Haupt, So wollen wir auch dieſe Oberhoheit Rächſt ihm allein verwalten, wo wir herrſchen, Ohn' allen Beyſtand einer ird'ſchen Hand. Das ſagt dem Pabſt, die Scheu bey Seit geſetzt Vor ihm und ſeinem angemaßten Anſehn. R. ph. Bruder von England, damit laͤſtert ihr. R. Joh. Ob alle Koͤnige der Chriſtenheit Der ſchlaue Pfaff ſo groͤblich irre fuͤhrt, Daß ihr den Fluch, den Geld kann loͤſen, ſcheut, Und um den Preis von ſchnoͤdem Gold, Koth, Staub, Verfalſchten Ablaß kauft von einem Mann, Der mit dem Handel ihn fuͤr ſich verſcherzt; Ob ihr und alle, groͤblich mißgeleitet, Die heil'ge Gauncrey mit Pfruͤnden hegt, Will ich allein, allein, den Pabſt nicht kennen, Und ſeine Freunde meine Feinde nennen. pand. Dann durch die Macht, die mir das Recht ertheilt, Biſt du verflucht und in den Bann gethan. Geſegnet ſoll der ſeyn, der los ſich ſagt Von ſeiner Treue gegen einen Ketzer; Und jede Hand ſoll man verdienſtlich heißen, Kanoniſiren und gleich Heil'gen ehren, Die durch geheime Mittel aus dem Weg Dein feindlich Leben raͤumt. Conſt. O ſey's erlaubt, Daß ich mit Rom mag eine Weile fluchen! Ruf Amen, guter Vater Cardinal, Zu meinem Fluch; denn ohne meine Kraͤnkung Hat keine Zunge Kraft, ihm recht zu fluchen. pand. Mein Fluch gilt durch Geſetz und Vollmacht, Fuͤrſtin. Conſt. Und meiner auch: ſchafft das Geſetz kein Recht, So ſey's geſetzlich, nicht dem Unrecht wehren. Mein Kind erlangt ſein Reich nicht vom Geſetz, Denn, der ſein Reich hat, bindet das Geſetz. Weil das Geſetz denn hoͤchſtes Unrecht iſt, Verbiet' es meiner Zunge nicht zu fluchen. pand. Philipp von Frankreich, auf Gefahr des Fluchs Laß fahren dieſes argen Ketzers Hand, ſeh S Und Frankreichs Macht entbiete wider ihn, Wenn er nicht ſelber Rom ſich unterwirft.