30 Koͤnig A. III.
Conſt. Krieg! Krieg! kein Friede! Fried' iſt mir ein Krieg,
O Oeſtreich! o Limoges! du beſchaͤmſt
Den blut'gen Raub: du Knecht, du Schalk, du Memme!
Du klein an Thaten, groß an Buͤberey!
Du immer ſtark nur auf der ſtaͤrkern Seite!
Fortuna's Ritter, der nie ſicht, als wenn
Die launenhafte Dame bei ihm ſteht
Und fuͤr ihn ſorgt! Auch du biſt eidvergeſſen,—
Und dienſt der Groͤße. Welch ein Narr biſt du,
Geſpreizter Narr, zu prahlen, ſtampfen, ſchwoͤren
Fuͤr meine Sache! Du kaltbluͤt'ger Stlav,
Haſt du fuͤr mich wie Donner nicht geredet?
Mir Schutz geſchworen? mich vertrauen heißen
Auf dein Geſtirn, dein Gluͤck und deine Kraft?
Und faͤllſt du nun zu meinen Feinden ab?
Du in der Haut des Loͤwen! Weg damit,
Und haͤng' ein Kalbsfell um die ſchnoͤden Glieder! Oeſt. O daß ein Mann zu mir die Worte ſpraͤche! Baſt. Und haͤng' ein Kalbsfell um die ſchnoͤden Glieder. Oeſt. Ja, unterſteh dich das zu ſagen, Schurk'. Baſt. Und haͤng' ein Kalbsfell um die ſchnoͤden Glieder. R. Joh. Wir moͤgen dieß nicht, du vergißt dich ſelbſt.
(Pandulpho tritt auf.)
R. ph. Hier kommt der heil'ge Legat des Pabſtes. pand. Heil euch, geſalbte Stellvertreter Gottes!
Koͤnig Johann, dir gilt die heil'ge Botſchaft.
Ich Pandulph', Cardinal des ſchönen Mailand,
Und von Pabſt Innocenz Legat allhier,
Frag' auf Gewiſſen dich in ſeinem Namen,
Warum du un'ſte heil'ge Mutter Kirche
So ſtörrig niedertrittſt, und Stephan Langton,
Erwählten Erzbiſchoff von Canterbury,
Gewaltſam abhaͤltſt von dem heil'gen Stuhl?
In des genannten heil'gen Vaters Namen, abſt Innocenz, befrag' ich dich hierum! R. Joh. Welch ird'ſcher Name kann wohl zum Verhoͤr
Geweihter Koͤn'ge freyen Odem zwingen?
Kein Nam' iſt zu erſinnen, Cardinal,
So leer, unwuͤrdig und ſo laͤcherlich,
Mir Antwort abzufordern, als der Pabſt.
Sag den Bericht ihm, und aus Englands Mund


