28 A. III.
Frankreich mit England Freund? Was wird aus mir? Fort, Menſch! dein Anblick iſt mir grauenvoll; Wie häßlich hat die Zeitung dich gemacht! Sal. Was that ich denn fuͤr Harm euch, gute Fuͤrſtin, Als daß ich ſprach von Harm, den Andre thun? Conſt. Der Harm iſt ſo gehaͤſſig in ſich ſelbſt, Daß, wer davon nur ſpricht, nicht harmlos bleibt. Arth. Beruhigt euch, ich bitte, liebe Mutter.
Conſt. Waͤrſt du, der mich beruhigt wuͤnſcht, abſchenlich, Haͤßlich und ſchaͤndend für der Mutter Schooß, Voll widerwaͤrt'ger Flecke, garſt'ger Makeln,
Lahm, albern, bucklicht, mißgebören, ſchwarz,
Mit ekelhaften Maͤlern ganz bedeckt;
Dann fragt ich nichts danach, dann waͤr' ich ruhig, Dann wuͤrd' ich dich nicht lieben, nein, und du Waͤrſt nicht des großen Stamms, der Krone werth. Doch du biſt ſchoͤn, dich ſchmuͤckten, lieber Knabe, Patur und Gluͤck vereint bey der Geburt.
Von Gaben der Natur prangſt du mit Lilien
Und jungen Roſen; doch Fortuna— o!
Sie iſt verfuͤhrt, verwandelt, dir entwandt.
Sie buhlt mit deinem Oheim ſtuͤndlich, hat
Mit goldner Hand Frankreich herbeygeriſſen,
Der Herrſchaft Huldigung in Grund zu treten, Daß ſeine Majeſtät ihr Kuppler wird.
Er iſt Fortuna's Kuppler und Johanns,
Der Bühlerin mit ihm, dem Kronenräuber.— Sag mir, du Mann, iſt Frankreich nicht meineidig? Vergift' ihn mir mit Worten, oder geh,
Und laß dieß Weh allein, das ich allen
Zu tragen bin beſtimmt.
.
Sal. Verzeiht mir, Fuͤrſtin,
Ich darf ohn' euch nicht zu den Koͤn'gen gehn. Conſt. Du darfſt, du ſollſt, ich will nicht mit dir gehn.
Ich will mein Leiden lehren ſtolz zu ſeyn;
Denn Gram iſt ſtolz, er bengt den Eigner tief,
Um mich und meines großen Grames Staat
Laßt Koͤn'ge ſich verſammeln; denn ſo groß
Iſt er, daß nur die weite, feſte Erde
Ihn ſtuͤtzen kann; den Thron will ich beſteigen,
Ich und mein Leid; hier laßt ſich Koͤn'ge neigen.
(Sie wirft ſich auf den Boden.)


