26 Koͤnig Johann. A. II. Sz. 2.
Die er, wenn ſie nichts Aeußres zu verlieren,
Als das Wort Magd, um dieß die Armen truͤgt,—
Der glatte Herr, der Schmeichler Eigennutz,—
Ja Eigennutz, der Nebenhang der Welt,
Der Welt, die gleich gewoögen iſt an ſich,
Auf ebnem Boden grade hin zu rollen;
Bis dieſer Vortheil, dieſer ſchnoͤde Hang,
Der Lenker der Bewegung, Eigennutz,
Sie abwaͤrts neigt von allem Gleichgewicht,
Von aller Richtung, Vorſatz, Lauf und Ziel;
Und dieſer Hang nun, dieſer Eigennut,
Dieß allverwandelnde Vermittler-Wort,
Aufs Aug' gelegt dem wankelmuͤth'gen Frankreich,
Zieht ihn von ſeiner ſelbſtverlieh'nen Huͤlfe,
Von einem wackern, ehrenvollen Krieg,
Zu einem ſchnoͤden, ſchlechtgeſchloßnen Frieden.—
Und warum ſchelt' ich auf den Eigennutz?
Doch nur, weil er bis jetzt nicht um mich warb.
Nicht, daß die Hand zu ſchwach waͤr', zuzugreifen,
Wenn ſeine ſchoͤnen Engel ſie begruͤßten;
Nein, ſondern weil die Hand, noch unverſucht,
Dem armen Bettler gleich, den Reichen ſchilt.
Gut, weil ich noch ein Bettler, will ich ſchelten,
Und ſagen, Reichthum ſey die einz'ge Suͤnde;
Und bin ich reich, ſpricht meine Tugend frey,
Kein Laſter geb' es außer Betteleyn.
Bricht Eigennutz in Koͤnigen die Treu,
So ſey mein Gott, Gewinn, und ſteh mir bey! ab.)


