Sz. 2. Johann. 25
R. Ph. Mir iſt es rechtl! Gebt euch die Haͤnde, Prinzen!
Heſt. Die Lippen auch; denn das ſcheint mir zu loben, Ich macht' es ſo, als ich mich einſt verlobte.
R. ph. Nun, Angers Bürger, oͤffnet eure Thore, Und laßt die Freundſchaft ein, die ihr geſtiftet. Denn in Marie'n Kapelle wollen wir Sogleich die Braͤuche der Vermaͤhlung feyern.— Iſt Frau Conſtanze nicht in dieſer Schaar? Gewißlich nicht! denn die geſchloßne Heirath Haͤtt ihre Gegenwart ſonſt ſehr geſtort. Wo iſt ſie und ihr Sohn! ſagt, wer es weiß!
Louis. Sie iſt voll Gram in eurer Hoheit Zelt.
. ph. Uund, auf mein Wort, der Bund, den wir geſchloſſen, Wird ihrem Grame wenig Lindrung geben.— Bruder von England, wie befried'gen wir Die Fuͤrſtin Wittwe? Ihrem Recht zu lieb Sind wir gekommen, welches wir, Gott weiß, Auf anderm Weg gelenkt zu eignem Vortheil. s. Joh. Wir machen alles gut: den jungen Arthur Ernennen wir zum Herzog von Bretagne Und Graf von Richmond, machen ihn zum Herrn Von dieſer reichen Stadt.— Ruft Frau Conſtanze, Ein eil'ger Bote heiße ſie erſcheinen Bey unſter Feyrlichkeit.— Wir werden, hoff⸗ ich, Wo nicht erfullen ihres Willens Maß, Doch in gewiſſem Maß ihr ſo genugthun, Daß wir ihr Schreyn dagegen hemmen werden. Gehn wir, ſo gut die Eil' es uns erlaubt, Zu dieſem unverſehnen Feyerzug. (Alle außer dem Baſtard ab. Die Buͤrger ziehn ſich von den Mauern zuruͤck.) Baſt. Tolle Welt! tolle Fuͤrſten! tolles Buͤndniß! Johann, um Arthurs Anſpruch an das Ganze Zu hemmen, hat ein Theil davon ertheilt; ünd Frankreich, den Gewiſſen ſelbſt gepanzert, Den Chriſtenlieb' und Eifer trieb ins Feld: Als Gottes Krieger, in das Ohr geraunt Vom Vorſatz⸗Aendrer, ihm, dem ſtillen Teufel, Dem Unterhaͤndler, der die Treu' verhandelt, Dem täglichem Wortbrecher, truͤgend Alle, Die Koͤn'ge, Bettler, Alte, Junge, Maͤgde,—


